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W.I.L.D. - Sex, Vodka and House-Music

Das perfekte Date

Ob essen, was trinken oder auch ins Kino gehen, jeder hat da so seine bevorzugten Date-Rituale. Mein letztes beinahe perfektes Date sah wie folgt aus.


Zu Weihnachtszeiten, wo man sich auf schnelle Art und Weise noch bisschen Weihnachtsgeld als Weihnachtsfee verdienen kann, habe ich zwei Monate lang bei Schnitzler auf der Königsallee gearbeitet. Wie gesagt die Weihnachtskasse ein bisschen aufstocken und das war´s – ein spaßiger Job wird zum Horror, wenn man nervige und gestresste Kunden vor seiner Nase hat und sich trotzdem nett geben muss. Vor allem die Einstellung der Menschen auf der Königsallee. Was denkt ihr wer ihr seid? Nein das ist nicht mein fester Job. Ich habe studiert und habe auch schon mehr Kohle gemacht, als eure verwöhnten Kinder. Wer hat bloß diesen Spruch „Der Kunde ist König“ erfunden?! Naja jedenfalls sollte dieser Abend mir durch ein Date versüßt werden. So bin ich um Punkt 20 Uhr aus dem Geschäft rausgekommen und siehe da der Ritter auf seinem weißen Gaul!

Kleiner Scherz- ich war ja froh mal abgeholt zu werden. Die meisten Kerle leben bei Mama zu Haus, lassen sich bekochen und denken nicht daran, sich ihr Geld selbst zu verdienen. Vor allem wozu braucht man ein Auto in Düsseldorf… Natürlich braucht Man(n) ein Auto. Wie soll er bloß Frau nach Haus bringen? In die Bahn stecken und tschüss?

Nein! Da wären wir wieder bei meinem angeblichen Traumprinzen. Schauspielerei ist eine weit verbreitete Kunst in der Männerwelt. Denn wie sonst kann Man(n) Frau so schnell ins Bett kriegen, als mit netten Worten, einem perfekten Gentleman-Benehmen und mit ein bisschen (mehr) Alkohol. Nun denn, das Date startete an einem Mittwochabend auf dem Düsseldorfer Weihnachtsmarkt mit einem Glühwein- Stimmung auflockern. Wir verstanden uns auf Anhieb. Netter Kerl, sieht gut aus und man kann sich mit ihm unterhalten - Nachteil er arbeitet in einer der angesagtesten Diskotheken Düsseldorfs, dem Attic. Und was haben uns die Eltern damals gelehrt? Geh niemals mit einem Barkeeper ins Bett, die wechseln die Frauen wie ihre Unterwäsche.

Aber was man nicht alles tut, um den Eltern zu zeigen, dass man selbst im Leben zurechtkommt? Mit 17 Jahren jedenfalls hatte ich eine Phase, wo ich absolut das Gegenteil von dem tat, was meine Eltern mir geraten hatten. Aber man lernt ja aus seinen Fehlern-oder macht sie noch ein paar Male, bis man´s endlich kapiert hat- Deine Eltern hatten doch Recht!

Nach dem Glühwein folgte ein Besuch im Chinarestaurant. Mittlerweile hatte ich einen Bärenhunger und konnte es kaum erwarten meinen Magen mit Essen vollzustopfen. Es gab Buffet und ich weiß nicht wie ich es schaffte zwei Teller leer zu kriegen, jedenfalls hörte der Abend da keineswegs auf. Eine Flasche Wein im Restaurant, gefolgt von einer weiteren bei mir zu Haus und ein paar Tequila…Wie viele es letztendlich waren, frage ich mich bis heute noch, denn viel weiß ich nicht mehr vom Abend. Es ging weiter in der Düsseldorfer Altstadt, im Sub. Treffpunkt der Neureichen und man kennt jeden, soweit man jede Woche mindestens einmal sich dort blicken lässt.

Der besagte Barkeeper kennt natürlich jeden, genauso wie ich als Sub-Suchti. Mich fragen schon Leute, ob ich sonst nichts zu tun hab, da ich mich so oft dort blicken lasse. Da fällt mir direkt ein Vorsätze fürs neue Jahr: Weniger im Sub feiern gehen. Denn dort Männer über 18 Jahren kennenzulernen Fehlanzeige! Aber betrunken sind sie alle doch viel lustiger und heißer, soweit man nicht den Kerl mit nach Hause schleppt und die böse Überraschung am nächsten Tag im Bett folgt. Na wen haben wir denn da?! Zum Glück bin ich kein Fan von fremden Männern mit nach Hause schleppen, so bleibt die böse Überraschung in meinem Fall aus!

Der Abend jedenfalls verlief sehr amüsant, obwohl wir uns selten über den Weg liefen. Wir kamen zusammen rein und jeder feierte in seiner Ecke des Clubs. Das moderne Paar, jeder für sich feiern. Meine beste Freundin ist das Beste Bespiel dafür, dass Frau viel besser ohne Freund feiern kann, gelegentlich bei ihm blicken lassen, aber nicht mehr als eine Minute, sonst folgt noch Streit. Und das wollen wir ja nicht.

Zurück zu meinem Date. Er ist verschwunden und ich trinke genüsslich die nächsten Wodka-Redbull mit paar neuen Bekanntschaften. Tolles Date. Jedenfalls sind meine neuen Bekanntschaften amüsant oder eher mein Alkoholpegel findet sie entzückend.

Was diesen Club absolut beschissen macht-der nicht existierende Empfang. Wer hat bloß Diskotheken in Kellern erfunden. Niemand kann mich erreichen und ich sie genauso wenig. Lösung: Treppe hoch und wenn ich Glück hab mit meinem blöden Handy-Vertrag kann ich sogar jemanden erreichen. Ich rufe mein Date an und nach paar Malen hin und her telefonieren treffen wir uns wieder im Club. Die Anzahl meiner Gläser lässt darauf schließen, dass ich lieber nach Hause getragen werden möchte, als mir noch mehr Blasen einzuhandeln. Denn Frauen tragen nicht sinnlos High Heels zum Feiern, sondern möchten größer und graziöser wirken, vor allem bei meiner Größe von 1,65 Metern brauche ich hohe Schuhe. Wenn ich mich größer zaubern könnte, würde ich nie mehr wieder meine Füße und meinen Rücken mit dieser bescheuerten Erfindung von High Heels kaputt machen. Gut, dass es Männer gibt, die Frau nach Hause tragen. So endet dieser Abend nach einigen Diskussionen bei mir Hause und wie man sich schon vorstellen kann mit einer heißen Nacht. Beide „leicht“ betrunken und wieder vertragen schlafen wir Arm in Arm ein. Ein beinahe perfektes Date.