a

 

 

01.11.2012

W.I.L.D. - Mpolo Beats

Herkunft

Eine Kolumne von Mpolo

Hallo, ich bin’s wieder, Mpolo, der halb Kongolese, halb Koreaner, der in Düsseldorf geboren und aufgewachsen ist.




Verhält man sich durch seine Herkunft so wie man sich verhält oder durch die Reaktionen,
die auf einen zukommen wenn man so eine Herkunft hat?

Eine gute Frage, die ich nicht beantworten kann.
Ich denke Mal ein Mix aus beidem.

Bin ich plötzlich ein anderer Mensch, weil ich nicht nur Afrikaner bin, sondern auch Koreaner?
Mir ist nebenbei aufgefallen, dass alle drei Länder von denen ich Landsmann bin, ich zähle Deutschland natürlich dazu, in zwei getrennt waren oder im Fall von Korea noch sind.

Einer der lustigsten Sachen, die mir in dem Zusammenhang passiert sind ist, als ich in New York am Madison Square Garden in ein koreanisches Restaurant gegangen bin. Ich habe auf Englisch mein Essen bestellt und wurde recht kühl empfangen. Da wollte ich einmal sehen, wie sich das ändert wenn ich auf koreanisch weiterbestelle, also tat ich es und bekam danach Speisen umsonst und einen eigenen Kellner, der sich mit mir unterhielt, als sei ich ein Diplomat.

Ist das nicht verrückt?? :D

Naja, also ich fühle mich eigentlich immer recht wohl, egal aus welchem Land die Leute herkommen, weil ich ja Einflüsse aus drei Kontinenten habe. Ich finde es manchmal aber etwas schade, dass man in eine bestimmte Rolle durch seine Herkunft gedrängt wird.

Ihr kennt ja bestimmt, wenn man als einziger Russe auf einer Party ist, ist man der Russe, der viel Wodka vertragen muss und trinkt (tun aber die meisten Studenten auch). Ist man der Koreaner, ist man halt der, der jeden Tag nur Reis ist.

Was bin ich dann? :D

Immer diese Klischees ne? Achjaaa herrlich.
Muss ich jetzt Basketball spielen können nur wegen meinem Aussehen? Musik machen, Rapmusik hören? Okay Mist trifft Alles auf mich zu ;-) Aber wenn ich Leuten erzähle, dass ich jahrelang Klassikgitarren-Unterricht hatte oder sehr gerne Rockmusik hören reagieren viele Menschen überrascht. Oder, dass ich Reggaemusik nur in Maßen gut finde, glauben mir auch manche Leute nicht.

Am besten ist einfach sein Ding durchzuziehen und nicht auf alle Dinge zu hören. Aber ich zähle mich auch dazu und erwische mich manchmal, wie ich selbst, wenn ich Jemanden noch nicht gut kenne, irgendwie (meist unbewusst) einordne oder mich wundere, dass mein Gegenüber studiert, obwohl der doch so „asi“ redet.

Ich kacke eh, auf gut deutsch, auf Alles, da ich zweigespalten bin, wenn es um meine Herkunft geht. Vielleicht müssen wir einfach alle Mischlinge werden ;) So das war’s von mir, bis dann.