07.11.2012

 

Im exklusiven Interview mit WILD Magazin spricht Sebastian Pobot über seine erfolgreiche Hörspielreihe „Offenbarung 23“, Zukunftspläne und vieles mehr.


WILD Magazin: Sind sie ein Fan der Serie "Offenbarung 23"? Oder wie sind Sie auf die Serie aufmerksam geworden? Was war der ausschlaggebende Punkt an dem Sie gesagt haben: „Die Rechte kaufe ich, um die Serie zu retten“?

Sebastian Popot: Ich bin ein typisches „Kassettenkind“ der 80er Jahre und deshalb groß geworden mit Hörspielserien wie den „Drei ???“, „TKKG“, „Schubiduu…uh“, „Scotland Yard“ etc. Bis heute höre ich gerne Hörspiele aller Art, um mich z.B. beim Autofahren oder Einschlafen richtig entspannen zu können. Eines der Highlights der letzten Jahre war meiner Meinung nach die Serie „Offenbarung 23“, eine toll produzierte Serie mit einer Handlung, die die bekanntesten Verschwörungstheorien der Menschheit behandelt und analysiert. Eine geniale Mischung aus Fakten und Fiktion – etwas in der Art gab und gibt es bisher nicht. Als die Serie damals von Lübbe Audio eingestellt wurde, dachte ich mir: „Ein Versuch lohnt…“ Denn ich wollte doch unbedingt wissen, wie es weitergeht… ;-)

Wenn ich mir Ihre Auswahl an angebotenen veröffentlichten Serien anschaue entdecke ich viele Perlen meiner Kindheit. Nach welchen Kriterien wählen Sie generell/allgemein Ihre Veröffentlichungen aus?

Sebastian Popot: Nach dem eigenen Geschmack und nach der „Machbarkeit“. In den letzten Jahren konnte ich mit viel Geduld Serie wie „Scotland Yard“ oder „Professor van Dusen“ neu auf den Markt bringen und Marken wie z.B. „Captain Future“ mit den Original-Stimmen und dem Original-Soundtrack aus der 80er Jahre TV-Serie neu produzieren. Die Schwierigkeit an einem Re-Release besteht meist darin, dass erst allerlei Rechte zu klären und zu lizenzieren sind. Diese haben aber im Laufe der Zeit schon oftmals den Besitzer gewechselt und sind schwer zu finden - das kommt dann einer echten Detektivarbeit gleich.

Dadurch, dass ein Autorenwechsel bei der „Offenbarung 23“ - Serie auftrat, gab es eine ziemlich große Änderung in dem Aufbau der Geschichten und den Verschwörungstheorien (*hust*) ;) Ist es geplant, bei Wiederveröffentlichung aller Folgen, die Cover unterschiedlich zu gestalten bzw. auf den Autorenwechsel aufmerksam zu machen? Oder wird sich verstärkt auf die Veröffentlichung von neuen Folgen konzentriert und die Wiederveröffentlichung auf virtuelle Downloads beschränkt?

Sebastian Popot: Ein Coverwechsel der alten O23-Folgen ist nicht geplant, da wir alle unserer Wiederveröffentlichungen am liebsten möglichst Original getreu belassen wollen. Und schließlich sind auch die 3B-Folgen (30-41) ein Teil des „Offenbarung 23“-Kosmos. Wir führen auf jeden Fall den Original-Handlungsstrang mit dem Original-Autor „Jan Gaspard“ fort, der vorläufig mit Folge 29 endete. Dabei werden in der ersten neuen Folge (42) die alten Folgen auch „erklärt“ bzw. in Kontext gebracht.

Herr Pobot, hatten sie persönlichen Kontakt zum Autor der Serie "Jan Gaspard"? Beziehungsweise können Sie uns etwas über die weitere Erzählstrategie der neuen Folgen erzählen? (Ursprünglich war eine, glaube ich, 52-teilige Serie geplant, die einen kompletten Zyklus wiedergab). Wie sieht die Strategie der neuen Folgen aus?

Sebastian Popot: Natürlich stehen wir im Austausch mit dem Autor. Wichtig für uns war, dass Jan Gaspard seine Stärken wieder ausspielen kann und die typischen
Inhalte und Verschwörungstheorien Teil der Serie werden, für die er bekannt ist. Allerdings haben wir dabei natürlich rechtliche und geschmackliche Vorgaben zu erfüllen. Wie lange die Serie fortgeführt wird, hängt in erster Linie von den Verkaufszahlen ab. Wir sind schließlich kein „Major“-Label und somit auf gute Verkaufs- zahlen und die „Ehrlichkeit“ der Käufer angewiesen.


Sebastian Pobot auf der Buchmesse Leipzig

Was etwas verwundert, ist dass nicht alle Sprecher der ursprünglichen "Offenbarung 23" wieder besetzt wurden. Können/Dürfen sie etwas dazu sagen?

Sebastian Popot: David Nathan, der den TRex sprach, wollte auf eigenen Wunsch nicht mehr mit dabei sein, weil ihm –laut eigener Aussage- die Zeit dazu fehlt. Dafür sind alte Bekannte wie Marie Bierstedt alias Nolo oder Till Hagen alias Ian G. wieder ganz normal mit dabei. Und der neue TRex „Alex Turrek“ klingt, wie der junge David Nathan, das haben viele Fans auf unserer Facebookseite www.facebook.com/highscoremusic.fans bestätigt. ;-)
Besonders stolz sind wir, dass Jens Riewa (Mr. Tagesschau) und Xavier Naidoo (Deutschlands Soulstimme Nr. 1 und bekennender „Offenbarung 23“-Fan), in der aktuellen Staffel mitsprechen.

Hartnäckige Verschwörungs-theoretiker behaupten Jan Gaspard und Sabastian Pobot wären ein und dieselbe Person. Und Sebastian hat seine Serie selbst gerettet. Was sagen sie zu diesen Mutmaßungen? ;)

Sebastian Popot: Das wüsste ich… ;-) Außerdem wäre es langweilig, mich selbst zum strategischen Brainstormen zu treffen.

Interview: Jörn Szardenings



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