08.04.2015

Ans Aufhören denkt er noch lange nicht! Mit seinen (fast) 65 Jahren wirkt der Ausnahmekünstler und Liedermacher Manfred Maurenbrecher so jung und kreativ wie selten zuvor. Der Träger wichtiger deutscher Musikpreise veröffentlicht am 10. April sein neues Album „Rotes Tuch“.


INHALT
Wie alle seine anderen Platten auch, ist „Rotes Tuch“ nicht einfach ein weiteres Maurenbrecher-Album und schon gar kein zweites no go, der Vorgänger, der mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet worden war. Das neue Album ist im besten Sinne als experimentell zu bezeichnen. Narrative Stücke, die ihre Magie in Atmosphäre und Text stecken, wechseln sich mit Liedern im klassischen Sinn ab, die Maurenbrecher jedoch angriffs-lustig mit ihrer einfacheren Existenz hadern lässt. Maurenbrecher zeigt sich (und das sollte man trotz der vielen Lorbeeren für seine Worte nie vergessen) als virtuoser Mann am Klavier, dem seine langjährige Band wieder ein kräftig knirschendes Parkett zimmert.

Natürlich ist man allein schon wegen der ausgetüftelten inhalt-lichen Beschäftigung mit Themen wie der Ukraine-Krise oder gewalt-bereiten Jungs aus gutem Elternhause versucht, das Album als klug oder intelligent zu bezeichnen, liefert es damit jedoch nur einer anzunehmenden elitären Langeweile aus.

Sein Impuls kommt viel eher aus der Hüfte, aus einer Bewegung heraus, die kein Selbstzweck ist, sondern eben die Aufmerksamkeit des Stiers will. Denn ja, "das Leben ist ein rotes Tuch" - oder kann, zumindest im Falle des Herrn Maurenbrecher, gar nichts anderes sein.

Wieder einmal ist es Manfred Maurenbrecher gelungen ein, Meisterwerk abzuliefern, welches nachhaltig beeinflussen und beeindrucken wird.


MANFRED MAURENBRECHER
Rotes Tuch
Reptiphon (Broken Silence)