29.04.2015

 

22Lights, die Wiener Band mit dem ganz speziellen Sound, spricht im Interview über ihr aktuelles Album „Rock“ und vieles mehr.


22Lights steht für einen Sound mit jeder Menge Ecken und Kanten. Die neun Songs auf ihrem aktuellen Album „Gold“, strotzen nur so vor Energie und sind voller Seele, Ehrlichkeit und Authentizität. Die Band ist eine attraktive Mischung aus einer kraftvollen, aber auch charmanten weiblichen Stimme, starken Drumbeats, pulsierenden Bass-grooves, sowie einem anregenden Soundmix aus Synthesizern und fetten Gitarrenriffs. Bislang ein Soloprojekt, ist 22Lights seit 2013 eine ausgewachsene Band. Die vier Musiker, die sich im Studium kennen gelernt haben und eigentlich aus ganz unterschiedlichen Stilrichtungen kommen, haben es geschafft aus genau dieser Vielfalt Potential zu schöpfen…

Im März ist das Album „Gold“ erschienen. Was erwartet uns auf diesem Album und was könnt Ihr zu der Entstehungsgeschichte sagen?

Gabriela: Auf dem Album erwarten einen sehr emotionsgeladene Songs, die allesamt ihr eigenes Wesen haben, und keiner klingt wie der andere. Entstanden sind die Songs teils schon längere Zeit vor der Albumproduktion, wurden aber aufgrund von Umbesetzungen immer wieder umgeschrieben oder umarrangiert.

Patrick: Songs die einen langen Entwicklungsprozess hinter sich haben. Vor allem weil 22Lights zuvor das Soloprojekt von Gabi war und zu einem Bandprojekt wurde. Kräftige Bässe, energetische Stimme, groovige Drums und funky, rockige Gitarrenriffs.

Florian: Es war eigentlich sehr einfach die Songs gemeinsam umzusetzen, das ging sehr flott und im gemeinsamen Einverständnis. Was Zeit braucht, ist sich selber mit dem neuen Sound auseinander zu setzen und sich selbst musikalisch in der Musik wiederzufinden, das ist uns glaub ich ganz gut gelungen.

Lukas: Die Arbeit an den Songs war sehr spannend, weil es unser erstes Album ist und wir uns musikalisch erst zusammenfinden mussten.

Schubladendenken wird oftmals dem Thema nicht gerecht, so auch in der Musik. Trotzdem die Frage, wie Ihr Euch musikalisch verortet?

Gabriela: Ich denke, dass wir grundsätzlich alles aufsaugen, was wir so hören, und das dann verarbeiten, aber landen tun wir meistens irgendwo zwischen Rock, Electronic im Popkontext.

Patrick: Pop, Rock, Electronic.

Florian: Gute Frage, was würdest du Sagen? Als Musiker ist das immer sehr schwierig zu beantworten, weil wir Stile an ganz anderen Parametern festmachen und selber oft überrascht sind, wie Songs wahrgenommen werden.

Lukas: Ich sehe unsere Musik grundsätzlich auch als Mix aus Rock, Pop und Electronic, gefärbt mit Elementen unserer unterschiedlichen musikalischen Einflüsse.

22Lights spielen bewusst mit Musikgenres und sind sehr offen für Experimente und neue Hörerlebnisse. Woher stammt die Vorliebe für elektronische Musik?

Gabriela: Ich bin und bleibe ein Kind der 90er und kann das wohl auch kaum abstreiten. Außerdem habe ich schon immer viel getanzt, also Hip Hop und Showdance und wollte einfach, dass das Publikum auf Konzerten sich rhythmisch bewegen kann. Rock mit elektronischen Elementen fand ich da einen ganz coolen Zwischenweg. Außerdem finde ich es lustig mich mit Synthsounds zu spielen. :-)

Patrick: Bei mir weckte in frühen Teenagerjahren vor allem Nine Inch Nails Interesse an elektronischer Musik. Dann kamen Massive Attack, Prodigy und Portishead etc. dazu...

Florian: Bei mir war es Großteils die Arbeit mit 22Lights. Vor einigen Jahren hab ich mal bei einem Soulful-House Album mitgewirkt, das war aber der einzige Berührungspunkt außerhalb von 22Lights. Ich habe aber immer schon versucht, mich mit möglichst vielen Musikstilen auseinander zu setzen und habe richtig viel Spaß dabei!

Lukas: Ich war immer schon recht offen gegenüber allen möglichen Musikstilen und liebe es, mich mit unterschiedlichen Stilen zu beschäftigen und inspirieren zu lassen. Auf den Geschmack von elektronischer Musik bin ich eigentlich über Hiphop gekommen. Ich habe vor meinem Einstieg bei 22Lights bereits mit einigen Hiphop-, Contemporary R'n'B- und NuSoul-Bands gearbeitet, da musste ich mich natürlich auch mit elektronischer Musik befassen.

Die Texte auf Ihrem Album behandeln zeitlose Themen und kommen sehr eindringlich daher. Mit einer starken weiblichen Stimme, die viel Energie in sich trägt, wird die Musik von 22Lights sehr gut transportiert. Wie sind die Texte entstanden und was waren die Inspirationsquellen?

Gabriela: Ich kann eigentlich gar nicht immer sagen woher die Texte kommen. In manchen Songs habe ich definitiv Erlebtes verarbeitet, manchmal passiert’s aber auch dass ich zuerst den instrumentalen Part komponiere und mich dann emotional davon leiten lasse und daraus Texte entstehen. Wortfetzen können da schon mal ausschlaggebend sein für das Thema eines Textes, es muss also nicht immer etwas „greifbares“ sein.

Wie wirkt sich die Tatsache, dass alle Bandmitglieder aus ganz unterschiedlichen Stilrichtungen kommen, auf die kreative Arbeit in der Band aus?

Gabriela: Eigentlich gar nicht, weil wir beim Schreiben doch dann immer sehr rasch auf einen Nenner kommen. Nur vielleicht die unterschiedliche Einkategorisierung unseres Stils durch andere Zugänge führt manchmal zu Diskussionen. :D

Patrick: Ich würde nicht sagen, dass wir aus ganz unterschiedlichen Richtungen kommen. Flo und ich spielten zuvor schon in einer Fusion/Groove-Band zusammen und fühlten uns da beide glaub ich sehr zu Hause… Vielleicht sind die musikalischen Vorlieben etwas anders gewichtet…

Florian: Vielfalt wirkt sich auf kreative Entwicklungsprozesse, vor allem in der Musik, sehr positiv aus. Mehr Input = Mehr Output. Als Musiker denkt man aber glaub ich nicht so in Schubladen, jeder Stil bedient die gleichen musikalischen Werkzeuge, sie werden dann von Stil zu Stil anders zusammengefügt, bleiben aber prinzipiell gleich.

Lukas: Wie Patrick schon gesagt hat, haben wir ja eigentlich auch sehr viele Gemeinsamkeiten, was unsere musikalischen Vorlieben betrifft, ansonsten wäre eine Zusammenarbeit nicht oder nur schwer möglich denke ich. Dennoch bringt jeder auch seinen eigenen stilistischen Input mit in die Band und versucht damit die Musik interessanter und einzigartiger zu gestalten.

Was bedeutet es, vor Publikum live auf der Bühne zu stehen und die Songs zu präsentieren?

Gabriela: Es ist schon immer eine komplette Entblößung, weil das, was
ich singe, einfach aus tiefstem Herzen kommt. Aber ich liebe es, wenn das Publikum sich komplett in den Bann der Musik ziehen lässt und dann diese gewisse Stimmung im Raum herrscht.

Patrick: Für mich ist das Aufführen von eigener Musik auf einer coolen Bühne die großartigste Aktivität, die es gibt!

Florian: Das Ziel eines jeden Musikers! Es erfüllt mich mit großer Dankbarkeit.

Lukas: Es ist jedes Mal ein unheimlich schönes Erlebnis und die Belohnung für die lange, mühevolle Arbeit.

Wo kann man 22Lights in den nächsten Monaten überall live erleben?

Gabriela: Auf jeden Fall am 2.Mai im Wiener Prater.

Patrick: Wean, Proda am 2. Mai

Florian: Überall wo wir erwünscht sind!!! Haha! Spaß bei Seite! Wir würden gerne überall spielen und durch Europa touren, aber das lassen unsere finanziellen Möglichkeiten noch nicht zu, deshalb kauft unser Album!! Der nächste Gig ist am 2. Mai im Wiener Prater, danach wird’s wieder ein bisschen ruhiger, wir haben ja jetzt seit Dezember ca. 15 Konzerte gespielt. Jetzt geht’s wieder ans Online Promoten!

Lukas: Und nochmal, dass sich's ja jeder merkt: Wien, Prater, 2. Mai! Wir hoffen, dass wir auch schon bald in Deutschland spielen können! Falls jemand Interesse hat, mit uns ein Konzert zu veranstalten, dann meldet euch bei uns! Wir freuen uns über jede Anfrage!

Welche Bedeutung haben soziale Medien und wie wichtig ist der Kontakt zu den Fans?

Gabriela: Soziale Medien sind heutzutage das Um und Auf. Stimmt die Webpräsenz nicht, hat man es schon einmal bedeutend schwerer. Eine gute Webpräsenz hingegen lässt einen in einem ganz anderen Licht erscheinen. Den Kontakt zu den Fans zu haben und zu pflegen, sei es jetzt auf Konzerten, im Internet oder sonst wie, war, ist und wird immer wichtig sein. Musik machen ist ja schön und gut, aber am schönsten ist es einfach, wenn man das mit Menschen, also dem Publikum und den Fans teilen kann.

Patrick: Natürlich sehr, sehr wichtig. Wollen schließlich nicht immer nur für das Barpersonal der Venues spielen… Allerdings ist nicht jeder „Like“ ein tatsächlicher zusätzlicher Fan… Da muss man schon mehr machen, um Leute zu den Konzerten zu locken… Videos, Teaser, Werbetrailer… Bis man bald so richtig nervt. ;)

Florian: Ist inzwischen wichtiger geworden als Konzerte spielen! Sich online zu präsentieren und permanent in sozialen Netzwerken aktiv zu sein ist einer der Hauptaufgabenbereiche einer Band. Der Kontakt zu Fans wird dadurch einfacher und schwieriger. Einerseits erreicht man sehr leicht sehr viele Leute, andererseits ist der Kontakt dadurch sehr oberflächlich und oft anonym. Enge Bindung von Fans wird dadurch sehr schwer und so richtige Fanclubs, die von Konzert zu Konzert fahren, gibt es fast nicht mehr. Das wirft jetzt mehr Fragen als Antworten auf, oder? Das ist die moderne Suche nach dem heiligen Gral der Musik: Social Media!

Lukas: Ganz einfach: Ohne Fans keine erfolgreiche Karriere! Denn Ziel der Karriere ist es, so vielen Menschen wie möglich mit unserer Musik Freude zu bereiten. Alleine schon aus Dankbarkeit und Wertschätzung wollen wir so viel Kontakt wie möglich mit unseren Fans haben.

Das Interview mit 22Lights führte Richard-Heinrich Tarenz


22LIGHTS
Gold

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Fotos: © Lux & Lumen/ Marlene At Fröhlich

 

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