17.02.2016

Auf anderen Wegen
Andreas Bourani – Live in Concert

Von Richard-Heinrich Tarenz


© Sylwia Jedryka

Andreas Bourani machte im Rahmen seiner „Hey“-Tour Station in Köln und gab dort vor voller Kulisse in der Lanxess-Arena ein grandioses Konzert. Das Publikum wird diesen Abend so schnell nicht vergessen. Der 32-jährige Liedermacher aus Augsburg hat damit seine Ausnahmestellung in der deutschen Musikszene eindrucksvoll bestätigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 





ANDREAS BOURANI
Hey

Vertigo Berlin (Universal Music)


Andreas Bourani gehört zu den bekannten Gesichtern der deutschen Musikszene. Seine herausragende Stimme und anspruchsvolle Texte sind das Markenzeichen des 32-jährigen Liedermachers aus Augsburg. Er ist jemand, der für seinen Erfolg hart arbeitet. Nach seinem ersten Album „Staub & Fantasie“, das 2011 veröffentlicht wurde, gelang ihm mit seinem zweiten Studioalbum „Hey“ 2014 der endgültige Durchbruch. Man denke nur an „Auf uns“ und „Auf anderen Wegen“. Die Titel erreichten Doppelplatin, bzw. Platin. So war es kein Wunder, dass die Lanxess-Arena nahezu ausverkauft war, als Andreas Bourani im Rahmen seiner „Hey“-Tour dort ein grandioses Konzert gab. Dieser 10. Februar 2016 wird den Besucherinnen und Besuchern noch für eine lange Zeit in Erinnerung bleiben. Mehr als zwei Stunden Konzert, eine atemberaubende Stimmung und ein tolles Publikum waren die Komponenten für einen mehr als gelungenen Abend in der Domstadt. Das Publikum war bunt gemischt von Jung bis Alt. Die anspruchsvollen Texte und die gängigen Melodien sprechen sehr viele Menschen an. Es sind Texte, in denen die Menschen sich emotional wiederfinden können. Nach diesem Konzert konnte man mit sich versöhnt nach Hause gehen und etwas für die Zukunft mitnehmen. Ein ganz besonderer Zauber schwebte an diesem Abend durch die Lanxess-Arena. Doch der Reihe nach…


© Sylwia Jedryka

Die Vorband an diesem Abend war Tonbandgerät. Die deutsche Indiepopband aus Hamburg war genau die richtige Wahl. Die 5-köpfige Band um Frontmann Ole Sprecht heizte dem Publikum so richtig ein und bereitete den Weg für Andreas Bourani. Die Band wurde 2007 gegründet und hat mittlerweile zwei Alben veröffentlicht. Das aktuelle Album trägt den Namen „Wenn das Feuerwerk landet“ und ist 2015 veröffentlicht worden. Tonbandgerät konnten an diesem Abend mit einem eingängigen Sound und klugen Texten punkten. Das wurde vom Publikum mit großem Applaus honoriert, als die Band nach 30. Minuten die Bühne verließ. Nach einer kurzen Umbauphase kam es dann zum Höhepunkt des Abends. Dabei hatten sich die Verantwortlichen für die Lanxess-Arena etwas ganz Besonderes ausgedacht. Neben der Hauptbühne gab es an diesem Abend eine weitere Bühne in der Mitte der Arena. Die runde Plattform war inmitten der Fans angeordnet und war mit einem Laufsteg mit der Hauptbühne verbunden. Durch diese Konstruktion war ein sehr intimes Wechselspiel zwischen Künstler und Publikum möglich, was von den Fans im Innenraum der Lanxess-Arena dankbar aufgenommen wurde.


© Sylwia Jedryka

Als schließlich gegen 20:30 Uhr Andreas Bourani die Bühne der Lanxess-Arena betrat, verharrten die Besucher in Stille. Voller Anspannung und Vorfreude auf das, was nun kommen sollte. Als dann die Lichter der Bühne aufleuchteten und Andreas Bourani die Bühne betrat, kannte der Jubel der Besucher keine Grenzen mehr. Die ersten beiden Songs an diesem Abend, „“Füreinander gemacht“ und „Nur in meinem Kopf“ machten klar, dass das ein ganz besonderer Abend in Köln sein wird. Das Bühnenbild war an diesem Abend dem Anlass angemessen, aber schlicht. Kein technischer Firlefanz, der von dem eigentlichen Programm ablenkte. Schon in den ersten Minuten wurde klar, über welch ausgefeilte und kräftige Stimme Andreas Bourani verfügt. Jeder, der diesen Sänger nur von Tonträgern oder aus dem Radio und TV kennt, der sei ein Besuch auf einem seiner Konzerte wärmstes empfohlen. Doch auch in Sachen Publikums-Interaktion muss sich der 32-jährige Augsburger nicht verstecken. Schon nach kurzer Zeit hatte er das Publikum in seinen Bann gezogen und zum lauthalsen Mitsingen animiert.


© Sylwia Jedryka

An diesem Abend spielte Andreas Bourani 20 Songs aus seinen beiden Alben „Staub & Fantasie“ und „Hey“. Damit bot er einen guten Querschnitt über sein bisheriges musikalisches Schaffen. Stimmlich immer auf der Höhe und unterstützt von einer spielfreudigen und erstklassigen Band, wurde den Besuchern so einiges geboten an diesem Abend. Es gibt Konzerte und es gibt Konzerte, die in Erinnerung bleiben. Das Konzert von Andreas Bourani am 10. Februar in Köln gehört eindeutig in die zweite Kategorie. Zur Halbzeit des Konzerts verlagerte sich das Geschehen auf die raffiniert inmitten der Zuschauer angelegte zweite Bühne. Dort kam es zu einem ersten Höhepunkt des Abends, als „Astronaut“ an der Reihe war. Dabei gab es als besonders Geschenk für die Kölner Fans eine Akustikversion des Hits. Als besonderer Gag trat ein Astronaut auf, der mit einer großen Trommel den Song musikalisch begleitete. An dieser Stelle konnte Andreas Bourani eindrucksvoll seine Rap-Qualitäten unter Beweis stellten, da Sido nicht anwesend war und somit auch nicht den Rap-Part im gemeinsamen Song übernehmen konnte. Nach diesem Song war die Stimmung am Siedepunkt und eigentlich nicht mehr zu toppen. Doch das sollte sich als Trugschluss erweisen.

Was nun folgte, war ein sehr emotionaler Teil des Konzerts, wobei die beiden Songs „Auf anderen Wegen“ und „Auf uns“ im Mittelpunkt standen. Andreas Bourani ist nicht jemand, der einfach nur seine Songs herunterspult. Er ist maßgeblich an der Entstehung der Songs beteiligt. Dementsprechend haben diese Songs eine ganz persönliche Bedeutung für ihn. Und genau diese Authentizität spürt man in jeder Zeile. Sie reißt einen mit, bewegt einen und rührt einen zu Tränen. Man erkennt sich in diesem Songs wider. Es geht um Verluste, Trennungen und um sehr private Momente. So konnte man im der Arena bei „Auf anderen Wegen“ geradezu eine Stecknadel fallen hören. So still waren die Massen. Tausende von Menschen lauschten andächtig den Texten und der Musik von Andreas Bourani. Es waren diese ganz besonderen Momente, die dieses Konzert so einzigartig gemacht haben. Jeder Besucher wird sich noch lange an diesen Abend in Köln erinnern. So auch Andreas Bourani, der sich im Laufe des Abends öfters beim Kölner Publikum bedankte für die tolle Stimmung und einen ganz besonderen Abend.


© Sylwia Jedryka

Nach diesen emotionalen Momenten, die die Menschen in ihren Bann zogen und bewegten, neigte sich das Konzert so langsam seinem Ende entgegen. Doch bevor dieses Konzert und damit ein denkwürdiger Abend in der Lanxess-Arena zu Ende ging, ließ sich Andreas Bourani und seine Band nicht lumpen und schenkte dem dankbaren Publikum drei Zugaben, die unter die Haut gingen. Dabei wird die Szene, wo er sich inmitten der Besucher am Klavier niederließ und sang, noch lange bei allen Beteiligten in Erinnerung bleiben. Man spürte Andreas Bourani deutlich an, wie sehr ihm dieser Abend Spaß gemacht hatte und wie sehr es ihn freute, in Köln in der Lanxess-Arena aufzutreten. Er erinnerte in bewegenden Worten daran, dass er am Anfang seiner Karriere in kleinen Veranstaltungsorten wie dem Luxor und dem E-Werk auftrat und immer davon träumte, einmal in dieser großen Arena aufzutreten. Das nun dieser Wunsch endlich in Erfüllung gegangen ist, bedeute ihm sehr viel, bekundete Andreas Bourani vor einem begeisterten Publikum. Schließlich war die Lanxess-Arena auch der Austragungsort des Bundesvision Song Contest 2011. So schloss sich an diesem Abend ein Kreis für den Künstler und das Publikum. Aber irgendwann neigt sich auch der schönste Abend seinem Ende entgegen…

Andreas Bourani hat in den letzten Jahren einen kometenhaften Aufstieg erlebt. Der in Augsburg geborene und aufgewachsene Liedermacher ist schon früh mit Musik in Berührung gekommen. Zum ersten Mal wurde die breite Masse auf ihn 2011 aufmerksam, als er beim Bundesvision Song Contest den zehnten Platz belegte.