15.06.2016

Clara Große - Schauspielerin

Von Steffie Sallieri


© Niklas Berg

Clara Große ist eine talentierte Schauspielerin und eine faszinierende Frau. Nach ihrer erfolgreichen Ausbildung an der Film Acting School Cologne folgen nun die ersten Schritte in Richtung einer vielversprechenden Schauspielkarriere.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 





© Niklas Berg

Clara Große
http://claragrosse.de/

 


Vor zwei Jahren erschien ein viel beachtetes Interview mit Ihnen in unserem Magazin. Wie ist es Ihnen seit dieser Zeit ergangen?

Gut, danke! Ich habe meinen Schauspielabschluss gemacht, bin in eine größere Wohnung gezogen, viel gereist. Ich kann mich nicht beklagen!

Haben Sie es jemals bereut, diesen Weg zu gehen?

Nein. Ich bin froh, dass ich nicht jeden Morgen um 07.00 Uhr aufstehen muss. Allerdings kommt auch nicht jeden Monat dasselbe Geld auf mein Konto. Daran muss man sich gewöhnen.

Welche Erfahrungen haben Sie in den abgelaufenen zwei Jahren in der Schauspielbranche gemacht?

Ich habe zwei Werbespots gedreht. Das war toll. Der eine läuft sogar im Fernsehen. Ich durfte eine schwangere Ehefrau spielen. Eine ganz neue Erfahrung. Wie schwer so ein Bauch ist - und der war nicht mal echt!

Was macht für Sie die Faszination des Berufs der Schauspielerin aus?

Ist doch super, dann muss ich nicht immer nur ich sein.


© Niklas Berg

Zuletzt waren Sie in zwei Werbespots von Nescafé und kochbar.de zu sehen. Wie waren für Sie die Dreharbeiten und was bedeutet das für Ihre Karriere?

Die Dreharbeiten haben Spaß gemacht. Das ist schon nett - als Schauspieler wird man am Set total verwöhnt. Daran kann man sich gewöhnen. Was das für meine Karriere bedeutet. Schwierig zu sagen. Ich dachte "So, jetzt haben mich mindestens eine Millionen Leute auf RTL und VOX gesehen, jetzt geht’s los!" - aber so einfach ist es leider nicht. Aber ich werde jetzt durch die Agentur Alaimo Actors vertreten. Das freut mich sehr und ich bin gespannt, was Neues auf mich zukommt.

Sie wohnen in Köln. Wie inspirierend ist diese Stadt und was macht den besonderen Charme von Köln aus?

Ich würde Köln nicht zwingend inspirierend nennen. Leider wurden viele schöne Bauten zerstört und durch geschmacklose Architektur ersetzt. Aber ich finde es trotzdem toll hier. Köln ist nicht zu groß, man ist schnell überall. An jeder Ecke wartet eine Kneipe oder ein Kiosk auf einen. Und Supermärkte haben lange auf. Ich muss zugeben, dass alle meine Mädels auch seit ein paar Jahren in Köln leben. Deswegen fühle ich mich so wohl hier. Und durch die Kölschbar, in der ich arbeite, kenne ich viele interessante Leute. Ich bin also nie alleine.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Ich möchte viel mehr drehen. Nicht nur Werbung machen, sondern am liebsten direkt zur Tatort Kommissarin überfliegen. Ich nehme auch die Mörderin. Oder das Opfer - solange es vorher lebend noch ein paar Sätze hatte. Im Januar habe ich mir einen Traum erfüllt und bin nach Kuba geflogen, bevor es den ersten Mc Donalds in Havanna gibt. Nicht falsch verstehen, ich liebe Mc Donalds! Aber ich wollte den kubanischen Charme noch kennenlernen, bevor alles amerikanisiert wird.


© Clara Große

Sie sind in Berlin geboren, ihre Eltern stammen aus der ehemaligen DDR. Wie ist ihre Beziehung zu Berlin und der Heimat ihrer Eltern?

Eigentlich habe ich wenig Bezug zu Berlin, da ich dort nicht aufgewachsen bin. Aber ich freue mich immer wenn ich nach Berlin fahre, um Verwandte und Freunde zu besuchen. Landschaftlich ist Sachsen-Anhalt, die Heimat meiner Eltern, wunderschön. Aber meine Großeltern haben in kleinen Dörfern am Ende der Welt gelebt und als Jugendlicher hat man sich dort zu Tode gelangweilt. Es gab nicht mal ein Handynetz. Jetzt sehe ich das anders. Ich würde gerne noch mal für ein paar Tage hinfahren und mir alle Städte angucken. Zum Beispiel Halle, wo meine Eltern in ihrer Jugend gelebt haben.

Sie stammen aus einer sehr künstlerischen Familie. Wie hat dieser Umstand ihre Kindheit beeinflusst und was bedeutet es für Sie?

Mein Papa, der Künstler Matthias Hintz, ist ein Künstler, wie er im Buche steht! Kunst, Frauen, Alkohol und verrückte Sachen. Meiner Meinung nach, hatte ich nie einen ganz normalen Vater. Aber das wäre sicher auch langweilig gewesen. Meine Mama ist eher der Typ Frau, der am lautesten aber auch am schönsten an Heiligabend in der Kirche singt. Früher wurde an jedem Geburtstag das Akkordeon ausgepackt. Meinen Eltern war es sehr wichtig, dass meine Schwester und ich ein Instrument lernen. Wir haben uns damals für die Geige entschieden. Leider habe ich zu Leiden meines Lehrers und Eltern nie viel geübt.


© Niklas Berg

Ihre Kindheit hat sich in einem Schloss abgespielt. Was können Sie uns erzählen und wie war es für Sie, in einer solchen Umgebung aufzuwachsen?

Es war toll! Du hast Ruhe und sehr viel Platz zum Spielen. Wiesen, Kletterbäume, Pferde, dunkle verbotene Ecken und Wasser. Im Sommer haben wir entweder ein Floß gebaut oder sind mit dem Schlauchboot auf dem Weiher herumgefahren. Oder wir haben Höhlen gebaut. Wenn wir auf Bäume geklettert sind, haben wir allerdings immer Ärger mit den Schlossbesitzern bekommen. Allerdings ist an St. Martin auch kein Kind zum Schloss singen gekommen, weil alle immer Angst davor hatten, die dunkle Brücke hoch zu laufen. Ich wurde ganz oft im Dorf raus gelassen, wenn Eltern von Freunden mich nach Hause gebracht haben, weil sie nicht wollten, dass ihr Auto dreckig wird, wenn sie die holprige Schloss-einfahrt hochfuhren. Deshalb habe ich auch nachts im Dunkeln keine Angst alleine durch Köln zu laufen. Nachts alleine durch den Torbogen rennen hat abgehärtet. Als ich sieben war, habe ich mit meinem Papa zusammen dem Mausclub geschrieben.

Wir hatten nämlich ein Schlossgespenst, welches uns immer Süßigkeiten in ein Loch in der Wand gelegt hat. Und dann kam der Mausclub und hat eine Sendung darüber gedreht. Das war mein erster Auftritt vor der Kamera. Ich musste gefühlt 100mal auf die Truhe klettern und meinen Satz sagen. Da ich immer wieder zu früh runter gesprungen bin, musste ich das so lange machen, bis es perfekt war. Aber anscheinend hat mir das insgeheim doch ganz gut gefallen. Später habe ich dann in der Burgschenke im Schloss gearbeitet und auf Hochzeiten. Ich habe auf so vielen Hochzeiten getanzt, dass ich das selber später gar nicht mehr haben muss. Oh – ich liebe die Mittelaltermärkte bei uns! Dann zelten ganz viele Heerlager auf dem gesamten Grundstück und überall spielen Gaukler und man kann Kirschbier trinken. Darauf freue ich mich jedes Jahr! Und alle sind verkleidet. Ihr solltet mal vorbeikommen - nach Schloss Hülchrath.

Schon früh konnten Sie Erfahrungen am Theater sammeln. Was macht für Sie die besondere Faszination des Theater aus und wie es zu ihrem Engagement am Theater gekommen?

In der Schule spielt ja jedes Kind gerne Theater. Aber ich hatte damals schon in der Grundschule die Hauptrolle in „Toni und die Zauberhupe“. Ein Bekannter, Sewan Latchinian, war damals Oberspielleiter am Rheinischen Landestheater in Neuss. So konnte ich für die Kinderrolle in „Brassed Off - Mit Pauken und Trompeten“ vorsprechen und habe die Rolle dann auch bekommen. Das war damals sehr aufregend, denn wir haben das Stück nicht nur in Neuss aufgeführt, sondern sind auch durch andere Städte gereist. Mit 13 habe ich mein erstes Geld verdient! Einmal habe ich vergessen vor der Aufführung meine Requisiten zu checken. Das war mir eine gute Lehre, denn während der Vorführung habe ich festgestellt, dass die Eiscreme die ich holen sollte nicht mehr da lag, wo sie liegen sollte! Dann muss man improvisieren. Danach bin ich in den Jugendclub eingetreten. Dort haben wir die Stücke auch selber inszeniert. Man hat Freiheiten, man spielt einfach, probiert Dinge aus. Manche Menschen begleiten dich dann Jahre lang. Beim Fernsehen ist nach einem oder wenigen Tagen alles vorbei. Es sei denn, man ist fest angestellt.


© Niklas Berg

Was wäre Ihrer Traumrolle, wenn Sie frei wählen könnten?
Eine Rolle, die eine Fähigkeit hat, bzw. etwas macht, was mit meinem Leben nichts zu tun hat.

Was ist ihr Lieblingswort?
Ich hätte einen Spruch im Angebot: „Ein Kölsch und ein Bier, bitte“

Was ist ihr am wenigsten gemochtes Wort?
Mathematik

Welches Geräusch oder welche Stimme lieben Sie?
Ich liebe es, wenn der Regen aufs Dach fällt und es gewittert. Bestenfalls liegt man dann nicht alleine im Bett.

Wenn der Himmel existiert, was würden Sie von Gott gerne hören, wenn Sie an der Himmelspforte ankommen?
„Was machst Du denn hier?“