09.06.2017

Paterson


© Weltkino Filmverleih GmbH

"Paterson" erzählt die Geschichte des Busfahrers Paterson, der genauso heißt wie der Ort, in dem er lebt. Die Kleinstadt in New Jersey und ihre eigentümlichen Bewohner sind die Inspiration für seine Gedichte, die er Tag für Tag in der Mittagspause auf der Parkbank verfasst.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 





Paterson
USA 2016 | Weltkino Filmverleih GmbH
(Universum Film GmbH) | : 09. Juni 2017
Regie: Jim Jarmusch
Darsteller: Adam Driver, Golshifteh Farahani,
Kara Hayward, Jared Gilman, William Jackson Harper


Paterson (Adam Driver) arbeitet als Busfahrer in einer Kleinstadt, die genauso heißt wie er selbst: Paterson im US-Bundesstaat New Jersey. Jeden Tag geht er dort seiner Routine nach – er fährt dieselbe Route, beobachtet dabei das Geschehen außerhalb seiner Windschutzscheibe und hört Bruchstücke von Gesprächen seiner Passagiere. In seiner Mittagspause setzt er sich in einen Park und schreibt Gedichte in sein kleines Notizbuch. Am Abend geht er mit seinem Hund spazieren, bindet ihn vor einer Bar an und trinkt exakt ein Bier. Anschließend kehrt er nach Hause zurück, zu seiner künstlerisch ambitionierten Frau Laura (Golshifteh Farahani), die im Gegensatz zu ihm immer wieder neue Projekte startet – vom Muffin-Backen über E-Gitarre-Spielen bis hin zum Umdekorieren des Hauses, in dem überall ihr schwarz-weißes Lieblingsmuster zu finden ist...


© Weltkino Filmverleih GmbH

Mit „Paterson“ präsentiert Regielegende Jim Jarmusch das stille und bewegende Portrait eines ungewöhnlichen Menschen. Der Film ist eine feine Charakterstudie und zugleich ein Lobgesang auf die Poesie und die Liebe. Adam Driver („Star Wars 7“) spielt dabei den Busfahrer und heimlichen Poeten wundervoll unaufgeregt und minimalistisch. Sogar wenn er mehrfach ausführt, dass Ohio Blue Tip Matches die besten Streichhölzer der Welt sind, hat das scheinbar banale bei Paterson seine höhere poetische Ästhetik. Jim Jarmusch ist ein romantischer Träumer. Mit dem Stilmittel der verschiedenen Zeitebenen blickt er in „Paterson“ hinter die Kulissen einer scheinbar statischen Welt. Dahinter erschließt sie eine traumhafte Welt – voller Mysterien und rätselhafter Menschen. Die Handlung des Films erstreckt sich über einen Zeitraum von acht Tagen. Auf den ersten Blick gesehen, passiert da nicht gerade viel.


© Weltkino Filmverleih GmbH

Das Erzähltempo wirkt zäh und langsam. Aber das wahre Geschehen in diesem Film passiert unter der Oberfläche, an der Peripherie. Da ist die fast schon surreale Obsession von Laura für Schwarz-Weiß-Muster und Hund Marvin, der eine Schlüsselrolle in „Paterson“ spielt. Ist dieser Film das Abbild eines Traumes, so ist Laura der Traum im Traum. Sie ist kreativ, hat bezaubernde Ideen und einen schier endlosen Enthusiasmus. Sie glaubt ohne Wenn und Aber an die Liebe und das Gute im Leben. Die Iranerin Golshifteh Farahani („Body Of Lies“, „Exodus“) ist die große Entdeckung in diesem Film. Inszenatorisch nähert sich Jim Jarmusch dem Thema „Poesie“ sehr behutsam und liebevoll. Während Paterson seine Verse niederschreibt, erscheinen sie, untermalt mit stimmungsvoller Musik, auf der Leinwand. „Paterson“ ist eine gelungene Mischung aus Drama und Komödie mit guter Besetzung.