07.09.2017

THE CIRCLE

Von Richard-Heinrich Tarenz


© Universum Film

THE CIRCLE entführt die Zuschauer in ein allmächtiges Unternehmen, aus dem es kein Entrinnen gibt. Dave Eggers aufsehenerregender Bestsellerroman und Abrechnung mit dem Internetzeitalter wurde für die Kinoleinwand adaptiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 





The Circle
USA, VAE 2017 | Universum Film
Start: 07. September 2017
Regie: James Ponsoldt
Darsteller: Emma Watson, Tom Hanks, John Boyega


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Als Mae Holland (Emma Watson) durch die Vermittlung ihrer Freundin Annie (Karen Gillan) einen Job bei dem weltweit dominierenden Internet-Unternehmen „Circle“ bekommt, ist sie überglücklich. Für sie ist es eine einmalige Gelegenheit. Das Ziel der Firma: sämtliche Aktivitäten der User verknüpfen und in einer Online-Identität vereinen. Mit immer neuen technologischen Fortschritten soll eine Welt der völligen Transparenz geschaffen werden. Mae ist begeistert von den Visionen des charismatischen Firmengründers Eamon Bailey (Tom Hanks) und kann Bedenken, wie die ihres Ex-Freundes Mercer (Ellar Coltrane), nicht verstehen. Das Firmengelände, wo die Mitarbeiter rundum versorgt werden, und ihre Arbeit werden nach und nach zu Maes Lebensmittelpunkt. Nur der mysteriöse Ty (John Boyega) bringt sie zum Stutzen. Er behauptet, auch ein Mitarbeiter zu sein, doch Mae kann ihn im Computer, der zu jeder Zeit anzeigt, wo sich die Mitarbeiter gerade befinden, nicht finden. Trotzdem kennt Ty auf dem Gelände Türen und Gänge, die nirgends verzeichnet sind. Und er versucht, Mae zu warnen...


© Universum Film

Der Bestseller „The Circle“ von Dave Eggers hat vor einigen Jahren die literarische Welt durcheinander gewirbelt und für viel Gesprächsstoff gesorgt. Nun wurde Stoff unter der Regie von James Ponsoldt („The Spectacular Now“) für die Kinoleinwand adaptiert. Das Ergebnis ist ein sehenswerter Film mit engagierten Darstellern, der jedoch der literarischen Vorlage nur bedingt gerecht wird. Dave Eggers‘ Social-Media-Dystopie hat Menschen auf der ganzen Welt begeistert, gefesselt und Diskussionen angeregt. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis das Buch den Weg ins Kino finden würde. Kritisch muss man an dieser Stelle anmerken, dass das Buch von Dave Eggers sich mit einem spannenden Thema befasst, literarisch jedoch kein Klassiker der Literaturgeschichte ist. Manchmal ist das Thema eben wichtiger als die Form. James Ponsoldt, der in Hollywood als große Regiehoffnung gehandelt wird, liefert mit „The Circle“ eine solide handwerkliche Leistung ab. Hübsche und beeindruckende Bilder setzen die Darsteller gekonnt in Szene und bilden Rahmen für die eigentliche Handlung, die jedoch über weite Strecken recht blutleer wirkt. Wo das Buch konsequent und direkt ist, ist der Film merklich glattgefeilt für den Mainstreamgeschmack. Hier steht die Form über dem Inhalt. Dabei ist das Thema mehr als geeignet für großes Kino. Man denke nur an die dystopischen Klassiker „Schöne neue Welt“ und „1984“ von Aldous Huxley und George Orwell.


© Universum Film

Diese machtvollen Romane sind auch nach Jahrzehnten noch aktuell und weisen in die Zukunft. „The Circle“ hingegen beschäftigt sich mit den sozialen Medien. Ein Thema, das vor sieben Jahren brandaktuell war, mittlerweile jedoch längst nicht mehr als allgegenwärtige Bedrohung herhalten kann. Immerhin ist die Vision eines allmächtigen Konzerns, der alle sozialen Belange der Menschen kontrolliert eine beängstigende und nicht unwahrscheinliche Zukunftsvision. Der Film ist dann überzeugend, wenn er die vermeintlich guten Absichten als Weg in den Kontrollstaat ohne persönliche Freiheiten entlarvt. Schöne Slogans wie „Geheimnisse sind Lügen, die Verbrechen möglich machen“ erinnern an totalitäre Systeme, wo die Werte und Bedeutungen umgekehrt werden. Aber sagt man nicht auch hierzulande statt Krieg mittlerweile „friedenschaffende Maßnahmen“? Allerdings ist weder das Buch noch der Film eindeutig in seiner Verurteilung dieser Entwicklungen gegen die Freiheit. Angeblich werden die Machenschaften angeprangert, zeitgleich erliegt der Zuschauer der Faszination der simplen Lösungen. Von Seiten der Darsteller gibt es wenig zu bemängeln. Besonders Tom Hanks („Forrest Gump“) kann als die sympathische Version von Steve Jobs überzeugen. „The Circle“ ist ein netter Film zum Thema „soziale Medien“ und „Überwachungsstaat“, der niemanden wirklich weh tut und sich nicht für kontroverse Diskussionen zum Thema eignet, die dringend notwendig wären.