25.10.2017

Kennen Sie eigentlich Florida?
I bet you don't!


© Manuela Fritz

Haben Sie den Film „Die Blaue Lagune“ gesehen? Oder „The Beach“? Wenn sie dachten, dass dort die schönsten Orte der Welt zu sehen seien, dann waren sie offensichtlich noch nie in Florida. Dort gibt es einen Ort, an dem man sich so frei und bei sich selbst fühlen kann, obwohl sich um einen herum andere Menschen tummeln – so etwas habe ich sonst noch nirgendwo erlebt. Und das umgeben von schönster Natur. Um welches Fleckchen es sich handelt, möchte ich erst später verraten. Was ich an dieser Stelle aber offenbaren kann ist, dass der 27ste Staat der USA so einiges zu bieten hat… Von Manuela Fritz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Offizielle Touristeninformationen

Discover America LLC
Postadresse:
149 W 46th St, New York, NY 10036
Ort: New York, NY 10036
Tel: 001 212 – 973 92 22
Web: www.discoveramerica.com

U.S. Travel Association
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1100 New York Avenue, NW, Suite 450
Ort: Washington, DC 20005-3934
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Fax: 001 202 – 408 12 55
Web: www.ustravel.org

Vertretungen in Deutschland
Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika

Postadresse: Pariser Platz 2
Ort: 10117 Berlin
Tel.: 0049 (0)30 – 83 05 0
Fax: 0049 (0)30 – 83 05 10 50
Web: www.usembassy.de

Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika – Außenstelle
Postadresse:
Justus-von-Liebig-Straße 18
Ort: 53121 Bonn
Tel.: 0049 (0) 228 – 329 27 4
Fax: 0049 (0) 228 – 329 26 85



© Manuela Fritz

Bei einem Abstecher über den großen Teich steuern die meisten Urlauber dieselben Touristenziele an. Dazu gehören neben den Themenparks, wie den Universal Studios, Sea World oder dem Walt Disney World Resort, auch das Cape Canaveral, die Everglades und die Florida Keys. Abgedroschen denken Sie? Nun ja… ich kann zumindest sagen, dass ich einem Alligator bisher noch nie so nah war - ohne Absperrungen versteht sich! Meine eigene, kleine Jurassic Park-Erfahrung.

Eine Fahrt durch die Everglades ist jeden einzelnen Kilometer wert. Ein Mietauto besorgt, entspannte Musik eingeschaltet und dann die schöne Landschaft und die freilaufenden Alligatoren in ihrem natürlichen Umfeld bewundern – unvergesslich!

Im Nord-Westen der Halbinsel befindet sich die Raumfahrtstation des Cape Canaveral Air Force Center. Von dort aus sind einige der ersten bemannten Raketen in den Weltraum gestartet.


© Manuela Fritz

Einen besonderen Kick verspürt man, wenn man den 181,9 km langen Overseas Highway, der 40 der über 200 Inseln der Florida Keys miteinander verbindet, herunter-fährt. Die Strecke verläuft quasi über den Atlantischen Ozean. Am Southernmost Point angekommen hat man einen fantastischen Blick auf einen der schönsten Sonnenuntergänge, die man je gesehen hat. Aber nicht nur über, auch unter dem Wasser gibt es allerhand zu entdecken.

Taucher haben die bunten Riffs der Küsten schon lange für sich entdeckt. Außerdem ist Jesus in den Gewässern anzutreffen. Ja, richtig! Eine 8 ½ feet große Bronzesta-tue namens „Christ of the Abyss“ wurde1962 vor Key Largo ins Wasser gelassen. Sie ist eine von mehreren Statuen gleichen Abbildes. Weitere "Unterwasser-Christi" lassen sich im Meer vor Portofino und vor Grenada fin-den. Ein Tauchausflug ist also doppelt lohnenswert.

Florida – take a look beyond

Doch vermutlich kennen sie diese ganzen Attraktionen schon. Wie wäre es aber mal, die weniger bekannten Perlen Floridas zu entdecken? Und hiermit komme ich zu dem verzaubernden Ort, den ich eingangs erwähnte – der Blue Spring State Park bei Orange City im mittleren Westen der Halbinsel. Hier kann man sich in einem Fluss treiben lassen und die alleenartige, sattgrüne Flora bestaunen. Während man so auf seinem ausgeliehenen, übergroßen Schwimmreifen herumtreibt, kann es passieren, dass ein Manatee unter einem durch taucht. Diese Seekühe überwintern in den Flüssen des Parks und sind sehr zutraulich.

Auch wenn diese Mensch-Natur Erfahrung schon aus-reicht um zu sagen, dass man noch nie etwas Beeindruckenderes erlebt hat, muss ich sagen, dass mich eine Sache noch mehr berührt hat – der Blick von oben in den Quelltopf des Flusses! Bitte googlen sie danach und lassen sie sich gesagt sein – so wie auf den Bildern im Internet, so sieht es auch in Echt dort aus! Dieses glasklare Wasser, der grünliche Schimmer, die Pflanzen, diese Stille. Ein Ort des Friedens. Man vergisst sofort alles um sich herum und findet eine nie gekannte innere Ruhe.


© Manuela Fritz

Was Florida besonders attraktiv macht, ist die Mischung aus Natur und Metropole. Alleine Miami Beach vereint diese beiden Komponenten auf wenigen Quadratkilometern. Eben noch umgeben von Hochhäusern, kann man sich innerhalb weniger Minuten an den Strand begeben und die herrliche Meeresluft genießen.


© Manuela Fritz

USA – what you see is what you get!

Es würde mir aber niemals einfallen, die USA und vor al-lem Florida auf seine Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele zu reduzieren. Dafür ist Amerika viel zu viel. Dieses zu viel kann man an der einen oder anderen Stelle durchaus wörtlich nehmen, denn eines der amerikanischen Mottos lautet „bigger is better“. Essen im XXL-Format, riesige Supermärkte, Schlachtschiff große SUVs und Pick-ups, Wolkenkratzer, breite Straßen und eine landschaftliche Weite, die das Auge nicht fassen kann. Aber das ist es nicht, was die Faszination für die USA ausmacht. Eine weitere Parole lautet „what you see is what you get“ - und das ist vornehmlich ein Gefühl von Freiheit, gepaart mit einem Hauch "American Spirit". Dieser "Geist" ist geprägt von verschiedensten kulturellen Einflüssen, einer ereignisreichen Geschichte, Traditionsbewusstsein und einem unbändigen Patriotismus. Amerika ist stolz und das merkt man. Man fühlt sich geborgen in diesem doch stark reglementierten Land, welches letztlich nur so strikt ist, um die mühsam erarbeiteten Grundwerte zu erhalten. Eine gewisse Offenheit hat sich die USA aber dennoch bewahrt. Dies spürt man vor allem im "Sunshine State" Florida. Man könnte diesen auch in "Colourful State" umbenennen, so bunt geht es dort zu: Farbenfrohe Art Déco-Häuser in Miami Beach, eine farbenprächtige Flora und Fauna und die bunten Vergnügungsparks sind nur ein paar Beispiele. Aber auch in Puncto Gesellschaft ist Florida breit aufgestellt.

Insbesondere die Region in und um Miami ist stark von hispanischen Einflüssen geprägt. Das liegt an der Nähe zur Karibik und den zahlreichen Immigranten, die sich über mehrere Generationen integriert haben. Florida ist quasi der Bundesstaat für jedermann. So zieht es die meisten Rentner an die Ostküste der USA, um dort den Lebensabend in einem beständig-warmen Klima zu verbringen. Aber auch das junge Volk trifft sich jährlich zum "Spring Break" um feucht-fröhlich in den Frühlingsanfang zu feiern.


© Manuela Fritz

Um noch einmal auf den "American Spirit" zu sprechen zu kommen – das spirituelle Erbe der amerikanischen Ureinwohner ist an vielen Stellen zu spüren. Viele Städte, Parks und Straßen tragen indigene Namen. So auch die Hauptstadt Tallahassee. Leider scheint das Übersee-Paradies dasselbe Schicksal wie Holland zu ereilen und droht nach und nach im Ozean zu versinken.

Seit 1920 ist der Meeresspiegel in Miami Beach um mehr als 20 cm gestiegen und leider tut er das unaufhörlich. Doch Florida hat schon viele Krisen überstanden und sich immer wieder wie Phoenix aus der Asche zurück gekämpft. Zahlreiche Hurrikans, die große Depression 1929 und der Zusammenbruch der Zitrusindustrie, aufgrund einer Plage durch die Mittelmeerfruchtfliege, konnten nichts an dem Glauben an den Fortbestand des Südstaates ändern. Wohl auch deshalb lautet das Staatsmotto: „In God we trust“.


© Manuela Fritz

Worin ich vertraue, ist mein Gefühl. Solange ich denken kann, haben die USA eine große Faszination auf mich ausgeübt. Obwohl ich bis zu meinem 25sten Lebensjahr noch nie dort war, hatte ich eine Art Fernweh nach die-sem wunderschönen Land, den Leuten und der einzigartigen Kultur. Amerika ist nicht bloß ein Land, es ist eine Lebensart. Dass dort alles anders ist, konnte ich bereits spüren, als ich das erste Mal meinen Fuß auf den heißen Asphalt Miamis gesetzt habe. Ich fühlte mich angekommen und befreit.

Alle Dinge, die ich seit meiner Kindheit aus Filmen kannte und die irgendwie zu meinem Leben gehörten, konnte ich tatsächlich erleben. Das erste Mal in einem Diner sit-zen, mit einem Mustang durch die Straßen fahren, Pancakes mit Ahornsirup essen. In Amerika scheint es alles zu geben, was es in Deutschland nicht gibt und alles scheint möglich zu sein. Alleine die Mentalität der Amerikaner vermittelt einem diesen Eindruck. Man nimmt die Dinge nicht so ernst und ist auf „the sunny side of life“ bedacht. Diese innere Haltung sorgt dafür, dass der Alltag entschleunigt wird und ist ein instant cool down für die Angespanntheit und den Leistungsdruck, den man leider sehr stark in Deutschland verspürt. Zum Glück sind die USA sehr groß, denn so habe ich noch lange Zeit um immer wieder dorthin zurückzukehren und mir regelmäßig meine Dosis „American Way of Life“ abzuholen.


© Manuela Fritz