17.01.2018

It Comes At Night

Von Richard-Heinrich Tarenz


© Universum Film GmbH

Das Ende der Welt. Eine tödliche Infektionskrankheit hat fast alles Leben auf der Erde ausgelöscht. Der siebzehnjährige Travis und seine Eltern Paul und Sarah gehören zu den letzten Überlebenden. Schwer bewaffnet leben sie in einem einsamen Haus im Wald.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 





It Comes At Night
USA 2017 | Universum Film GmbH
Start: 18. Januar 2018
Regie: Lee Unkrich, Adrian Molina
Darsteller: Joel Edgerton, Kelvin Harrison Jr.,
Carmen Ejogo

 

 

 

 


Die Welt von Paul (Joel Edgerton), seiner schüchternen Frau Sarah (Carmen Ejogo) und ihres jugendlichen Sohns Travis (Kelvin Harrison Jr.) wird von einer bösartigen, pestähnlichen Krankheit bedroht, die beinahe das gesamte Leben auf der Erde ausgelöscht hat. Um Schutz vor den lebensgefährlichen Umständen zu finden, haben sie sich in ein abgelegenes Haus im tiefsten Wald zurückgezogen. Doch die Ruhe wird gestört, als eines Tages das junge Pärchen Will (Christopher Abbott) und Kim (Riley Keough) vor der Tür des Unterschlupfs steht und dort gemeinsam mit ihrem jungen Sohn Andrew (Griffin Robert Faulkner) Schutz sucht. Widerstrebend nehmen Paul und seine Familie die verzweifelten Flüchtlinge bei sich auf. Doch bald bricht Paranoia zwischen den neuen und alten Bewohnern aus, die von den Schrecken ihrer zerstörten Umgebung gleichermaßen traumatisiert sind...


© Universum Film GmbH

„It Comes At Night“ ist ein gelungenes Drama, welches das Survival-Genre radikal aufmischt und erneuert. Selten hat man einen Film gesehen, der so konsequent die moralischen Abgründe der handelnden Protagonisten der Handlung ausleuchtet. Dabei könnten der Titel und der schwerfällige Marketing des Verleihs den potentiellen Kinobesucher dazu verleiten, dass es sich bei diesem Film um einen Standardvertreter aus dem Bereich Endzeit-Horror handelt. Doch nichts könnte ferner der Wahrheit sein. Dieser Film von Regisseur Trey Edward Shults ist ein wahres Juwel in einer Welt voller Einheitsware.


© Universum Film GmbH

Diesen Film sollte man in aller Ruhe genießen und dabei das hohe Maß an Experimentierfreudigkeit würdigen, dass an Tag gelegt wurde. Das mag nicht immer zu 100% gelungen sein, aber das sollte auch nicht der Anspruch sein, wenn man ein Genre revolutioniert und neue Wege geht. Ein großes Lob gebührt in diesem Zusammenhang Kameramann Drew Daniels („Krisha“), der dem Zuschauer ein Potpourri an verstörenden und faszinierenden Bildern bietet. Der Film leuchtet die seelischen und moralischen Abgründe von Menschen in einer Extremsituation aus. Er ist ein Wechselspiel zwischen dem Grauen des Alltags und hypnotischer Träume, die für den nötigen Horror sorgen.