25.04.2018

Voll verschleiert


© Cherchez la femme - © The Film

Die Studenten Armand und Leila sind schon seit längerem ein Paar und planen demnächst einen gemeinsamen Studienaufenthalt in den USA. Doch als Leilas Bruder Mahmoud nach einem längeren Aufenthalt im Jemen stark verändert zurückkehrt, ist die Beziehung der beiden gefährdet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 





VOLL VERSCHLEIERT

Frankreich 2017 | NFP marketing & distribution
: 26. April 2018
Regie: Sou Abadi
Darsteller: Félix Moati, Camélia Jordana, William Lebghil

 

 



Armand (Félix Moati) und Leila (Camélia Jordana), Studenten der Wirtschaftswissenschaften, sind frisch verliebt. Gemeinsam haben sie Großes vor: Sie wollen nach New York ziehen und dort ein Praktikum bei den Vereinten Nationen absolvieren. Doch kurz vor ihrer Abreise durchkreuzt Leilas Bruder Mahmoud (William Lebghil) ihre Zukunftsplanung. Zurück von einem längeren Aufenthalt aus dem Jemen, der ihn verändert hat, wendet er sich gegen die romantische Beziehung seiner Schwester zu einem Mann und beschließt, dass Armand in Leilas Leben nichts verloren hat. Armand und Leila bleibt keine Wahl: Um sich überhaupt treffen zu können, muss Armand einen Niqab tragen, sodass er sie unerkannt besuchen kann. Getarnt als Leilas neue beste Freundin „Scheherazade“ geht Armand zuhause ein und aus – und verdreht Mahmoud mit scheuem Wesen und wunderschönen Augen unbeabsichtigt den Kopf...


© Cherchez la femme - © The Film

„Voll verschleiert“ von Regisseurin Sou Abadi („SOS Tehran“) ist eine unterhaltsame Komödie mit gesellschaftspolitischem Anspruch, die allerdings nicht ganz die Erwartungen erfüllen kann. Französische Komödien stehen nicht nur in unserem Nachbarland hoch im Kurs. Auch in Deutschland sorgen diese Filme immer wieder für gute Einspielergebnisse an den Kinokassen. Sie verstehen mitunter sehr gut, gesellschaftliche Problemstellungen charmant und locker aufzugreifen und filmisch umzusetzen. So auch das Spielfilmdebüt von Sou Abadi. Das Anfangstempo von „Voll verschleiert“ ist rasant. In einem wahren cineastischen Parforceritt seziert der Film die radikalen Auswüchse des Islam und verbindet das mit einem intelligenten Humor, der nicht den erhobenen Zeigefinger ausweist, sondern hinter so manch deftiger Pointe zum Nachdenken anregt.

Leider kann der Film dieses rasante Tempo nicht ganz halten im weiteren Verlauf. So folgt der Film anschließend den sicheren Genregesetzen einer Travestie-Komödie und verliert erheblich an Biss. Das ist schade, weil das gar nicht nötig wäre. Zum Glück sind da aber noch Armands Eltern. Die Frauenrechtlerin und der Kommunist sorgen mit ihren komödiantischen Einlagen für gelegentliche pointierte gesellschaftspolitische Kontrapunkte zum harmlosen Verkleidungs- und Verwechslungs-Potpourri. Unterm Strich ist „Voll verschleiert“ eine unterhaltsame Komödie, die sich mit einem wichtigen gesellschaftlichen Thema auseinandersetzt.