29.05.2018

TULLY


© DCM

Marlo hat gerade erst ihr drittes Kind bekommen, als ihr Bruder ihr ein besonderes Geschenk macht: Eine „Night Nanny“, die sich nachts um die Kinder kümmern soll. Marlo ist zunächst skeptisch gegenüber dem Gedanken, Hilfe von einer fremden Person anzunehmen, doch als sie die junge, schlaue und witzige Nanny namens Tully kennenlernt, entwickelt sich eine einzigartige Freundschaft zwischen den beiden Frauen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 





TULLY

USA 2018 | DCM Filmdistribution
Start: 31. Mai 2018
Regie: Jason Reitman
Darsteller: Charlize Theron, Mackenzie Davis,
Ron Livingston

 


Marlo (Charlize Theron), die mit ihrem Mann Drew (Ron Livingston) und den gemeinsamen Kindern in einem New Yorker Vorort wohnt, hat Familienstress: Zwar ist ihre achtjährige Tochter Sarah (Lia Frankland) pflegeleicht, Sohn Jonah (Asher Miles Fallica) aber zeigt Anzeichen von Autismus und das jüngste Kind im Trio ist ein Baby, das entsprechend viel Aufmerksamkeit benötigt. Marlo braucht dringend Ruhe! Den Vorschlag ihres arroganten Bruders Craig (Mark Duplass), eine Night Nanny anzuheuern, schießt sie zunächst in den Wind – bis die Verzweiflung dermaßen gewachsen ist, dass sie doch eine Hilfe engagiert: Tully (Mackenzie Davis). Von nun an kommt die junge Frau immer spätabends, übernimmt die Baby-Schicht und lässt die Mutter schlafen, sofern sie nicht stillen muss. Tully kann endlich wieder Energie schöpfen...


© DCM

Mit „Tully“ haben die Macher der Indie-Komödie „Juno“ eine unterhaltsame Komödie mit Dramaelementen abgeliefert, die tiefgründiger ist, als das Kinoplakat vermuten lässt. Jason Reitman und Diablo Cody sind ein eingespieltes Team. Der Regisseur und die Autorin haben in der Vergangenheit mit „Juno“ und „Jennifer’s Body“ anspruchsvolle Filme in die Kinos gebracht, die zudem kommerziell sehr erfolgreich waren. Gefühlt setzt „Tully“ da an, wo Juno“ aufhört. Es ist das Porträt einer dreifachen Mutter am Rande des Nervenzusammenbruchs und der totalen Erschöpfung. Dabei erweist sich Charlize Theron („Mad Max: Fury Road“) als wahrer Glücksfall für den Film. Die südafrikanisch-US-amerikanische Schauspielerin spielt furios und absolut überzeugend die Rolle der überforderten Mutter.

Der Film nimmt sich viel Zeit, um die Personen und das sie umgebende Milieu dem Zuschauer näher zu bringen. Für die dreifache Mutter ist es eine fragile Welt, die jederzeit kollabieren kann. In dieser Mittelklasse-Umgebung werden Probleme ausgelagert an dritte Personen. So kehrt auch im Leben von Marlo erst wieder Normalität ein, wenn die „Night Nanny“ die Bühne betritt und damit der überforderten Mutter wieder ein eigenes Leben ermöglicht. Änhlich wie in „Monster“ spielt Charlize Theron sehr körperlich und authentisch. Es wäre nicht sehr verwunderlich, wenn die Schauspielerin auch für diese Rolle für den Oscar nominiert wird. „Tully“ ist jedoch viel mehr als nur eine Komödie mit dramatischen Untertönen. Das wird im letzten Drittel des Films deutlich, der in ein furioses Finale überleitet, dass den Zuschauer erstaunt und überrascht zurücklässt. Es ist diese innere Tiefe und die vielen mehrdeutigen Ebenen, die „Tully“ absolut sehenswert machen.