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Startseite > Musik > Album | 03.12.2018

ALBUM
ZUCKER

Matthäus Bär meldet sich mit seinem dritten Studioalbum zurück. „Zucker“ ist eine Hommage an ein knallig bunten Plastic-Pop der 1980er Jahre und präsentiert in gewohnter Manier Kinderlieder der etwas anderen Art.

von Claudia Mann


© Phonotron

Kinder lieben Zucker. Das gilt für den Nachspeisen- sowie für den Plattenteller. Matthäus Bär serviert auf seinem dritten Studioalbum „Zucker“ 11 gelungene Tracks, die Fans von süßen Synthesizer-Chartbreakern à la Cyndi Lauper gut schmecken werden. Hier zu hören ist Musik, die trotz zugeknallter Zimmertür ins Wohnzimmer dringt. Hier geht‘s um Kinder, die sich ihre Butterbrote lieber selbst schmieren. "Zucker" dreht sich um Selbstfindung und Selbstbestimmung, um Autonomie und Entfremdung, um Liebe und Depression – Themen, die in den Kinderzimmerdiscos dieser Welt oftmals ganz ohne Eltern ausverhandelt werden. Damit stellt sich Matthäus Bär erfolgreich gegen all die weichgespülten Kinderlieder dieser Welt, die wenig Substanz bieten und für Kinder und Eltern gleichermaßen eine Qual sind.

Matthäus Bär widerlegt das gängige Bild des abgehalfterten Kinderliedersängers, der sich sein stetig entwachsendes Publikum auf den Straßenfesten und Kinderparties des Landes Jahr für Jahr aufs Neue rekrutieren muss. Seit seinem Debüt wird er von einer treuen Fangemeinde begleitet, die das bär’sche Credo, Kindermusik in "Erwachsenen- Qualität" zu schreiben, dankbar feiert. Seine Diskografie zeigt, dass Bär-Platten auch thematisch Schritt halten: Von den "Babysounds" (2013) seiner ehemaligen Formation "The End Band", bis zur Bär-Trias, die mit den "Großen Kinderliedern" (2013) ihren Anfang nahm, mit "Stromgitarre, Schlagzeug, Bass" (2015) Fahrt aufnahm und sich schließlich mit der "Nichts für Kinder"-EP (2017) einen Ehrenplatz in den heimischen Kinderzimmern sicherte.


© Phonotron

Nach den Stilistiken von Rock’n’Roll und zuletzt Chanson widmet sich Bär auf "Zucker" nun dem verspielten Plastic-Pop der 1980er Jahre. Mit Hingabe zum Detail und jeder Menge Vintage-Gear werden hier liebevoll neonfarbene Klischees zelebriert und Hallfahnen geschwenkt. Ob sich die vierte Veröffentlichung ebenfalls als Klassiker in die familiären Plattenregale einordnet, sei vorerst dahingestellt – fest steht jedenfalls: Bär is back, again.

Seit 2013 erspielt sich Matthäus Bär mit Wortwitz, Charme und einer gehörigen Portion Selbstironie landesweit Kinder- und Elternherzen - ausverkaufte Konzerte, vergriffene CD-Auflagen und Autogrammjägerinnen auf den Straßen zeugen von einer stetig wachsenden Fanbase. Das Erfolgsrezept ist denkbar einfach: Bär traut seinen jüngsten Zuhörern sowie ihren Eltern "echte" Musik zu: doppelbödige Texte, schlaue Anspielungen und geschickte Arrangements. Er singt über Themen, die sowohl im Kleinen wie im Großen zählen.



ZUCKER
Matthäus Bärwerin

Phonotron



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