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KINO | 25.02.2026

SCREAM 7

Eine Ikone kehrt zurück – und mit ihr die Maske des Schreckens. SCREAM 7 führt Sidney Prescott erneut an die Grenze zwischen Trauma und Überleben. Am 26. Februar entscheidet sich im Kino, ob Ghostface das Genre abermals neu definiert.

von Richard-Heinrich Tarenz


© Paramount Pictures

Am 26. Februar startet der siebte Teil der „Scream“-Reihe in den deutschen Kinos – ein Ereignis, welches hohe Aufmerksamkeit in Genre- und Mainstream-Kreisen erzeugt. In einer Zeit, in der Fortsetzungen, Reboots und Franchise-Ökonomien den Kinomarkt dominieren, steht SCREAM 7 bereits vor dem öffentlichen Debüt nicht nur als weiterer Eintrag in eine langlebige Horrorreihe, sondern als Symbol einer Filmsaga, die nicht nur ihr Genre verändert, sondern auch filmhistorisch narrativ wie formell neu definiert hat.

INHALT
Eigentlich wollte sich Sidney Prescott (Neve Campbell) ein neues Leben in einer kleinen Stadt aufbauen, doch der Frieden findet schnell ein jähes Ende, denn ein neuer Ghostface-Killer erscheint auf der Bildfläche und sorgt für Angst und Schrecken. Der maskierte Mörder hat es aber nicht nur auf Sidney abgesehen, sondern auch auf ihre Tochter (Isabel May). Sidney muss nun alles geben, um ihre Familie zu beschützen, was auch bedeutet, dass sie sich ihrer Vergangenheit stellen muss.

Der zentrale Plot um Sidney Prescott – Figur und Ikone zugleich – ist nicht nur narrative Fortschreibung, sondern auch eine Reflexionsfläche dafür, wie das Franchising des Horrorfilms im 21. Jahrhundert funktioniert. Bevor wir in den spekulativen Raum zu SCREAM 7 vordringen, lohnt sich ein Blick zurück auf das, was dieses Franchise einmalig macht. Als „Scream“ 1996 erschien, war der konventionelle Slasher-Film bereits in eine kreative Sackgasse geraten. Die Welle, die Mitte der 1970er mit „Halloween“ ihren Anfang nahm und in den 1980ern mit zahllosen Fortsetzungen und Variationen wie „Freitag der 13.“ und 13th und „Nightmare – Mörderische Träume“ ihr kulturelles Domizil gefunden hatte, war Mitte der 1990er unweigerlich zu einem zitierten, doch oft parodierten Subgenre mutiert. Der Horrorfilm lief Gefahr, seine eigenen Codes in endlosen Variationen zu reproduzieren – und damit Wirkung und Bedeutung zu verlieren. Kevin Williamson und Wes Craven stellten genau diese Mechanismen in Frage – indem sie sie explizit machten. „Scream – Schrei!“ war kein bloßer Slasher, sondern ein Meta-Slasher: ein Film über Horrorfilme, über das Publikum, über die Regeln des Genres. Figuren wie Randy („Neun Regeln, um einen Killer zu überleben“) referenzierten nicht nur die filmische Tradition, sondern luden das Publikum ein, sich selbst als Teil eines Kodex zu begreifen. Diese Reflexivität öffnete dem Genre eine neue Ebene – die Selbstbewusstheit, die Selbstverortung und die bewusste Zitation eigener Mechanismen. Damit war „Scream – Schrei!“ nicht nur ein Remake- oder Reboot-Anwärter, sondern eine Neubestimmung des Slasherfilms als postmoderner Reflexionsraum.


© Paramount Pictures

Die Figur von Sidney Prescott (Neve Campbell) ist keine klassische Final Girl-Konvention mehr, sondern ein bewusstes Spiel mit der Erwartung – eine Heldin, die weiß, wie Filme funktionieren, und sich dennoch den realen Konsequenzen stellen muss. Der erste „Scream“-Film ist mehr als ein Genre-Horror geworden: Er ist ein Reflexionsraum über das Kino selbst. Indem er Konventionen wie die maskierte Angstfigur („Ghostface“), die Ermordung durch definierte Rhythmen, klassische Szenarien auf hintergründige Weise zitiert und gleichzeitig dem Publikum bewusst machte, dass es Genres kennt, hat er eine Ebene des Selbstbewusstseins eingeführt, die dem Genre zuvor fremd war. Mit „Scream 2“ (1997), „Scream 3“ (2000), „Scream 4“ (2011) und dem späteren Reboot „Scream“ (2022) und „Scream VI“ (2023) wurde diese Meta-Dramaturgie weiter verhandelt: Moderne Medien, Serienkiller-Kultur, Social Media-Ängste und kollektive Zuschauererfahrungen wurden verhandelt, zitiert und reflektiert. Insbesondere die Rezeption des jüngeren Scream-Films zeigte, wie sehr dieses Franchise ironisch und doch emotional resonant die Tendenzen der Populärkultur aufnimmt. Was alle Teile gemeinsam haben: Sie sind nicht nur Horrorgeschichten, sie sind Diskurse über Horror – über unsere Rezeption, unsere Medienkultur, unser Verhältnis zur Gewalt und unser Verstehen von Fiktion. Dieses meta-reflexive Element ist Teil des historischen Zugangs, der „Scream“ von bloßem Genre-Entertainment unterscheidet. Ein zentraler Grund, warum „Scream“ mehr ist als eine Slasher-Saga, ist die Figur Sidney Prescott. Sie ist weit mehr als das klassische „Final Girl“. In ihrer narrativen Entwicklung wächst sie von einer traumatisierten Überlebenden zu einer bewussten Protagonistin heran, die nicht nur um ihr Überleben kämpft, sondern die Mechanismen des Horrors an sich versteht. In SCREAM 7 – so die knappe offizielle Synopsis – geht ihr Kampf weiter, nun mit dem Motiv der Familie: Ihre Tochter wird zur Zielscheibe. Dieser narrative Impuls spiegelt eine Entwicklung, die über bloßes Franchise-Storytelling hinausweist: die Idee, dass Trauma, Rache und Überleben nicht in der Vergangenheit verhaftet bleiben, sondern weiterwirken, sich verwandeln, Generationen übergreifend. Dieses Motiv ist typisch für die post-90er Scream-Erzählweise: Horror ist nicht abgeschlossen, sondern eine sich fortschreibende psychologische Landschaft. Am 26. Februar kommt SCREAM 7 in die Kinos. Und auch wenn wir derzeit noch nichts über den konkreten Inhalt sagen können, ist bereits jetzt eines sicher: Die Saga um Sidney Prescott wird weitergehen – und mit ihr die Diskussion über das Kino selbst.


SCREAM 7

Start: 26.02.26 | FSK 16
R: Kevin Williamson | D: Neve Campbell, Courteney Cox, Isabel May
USA 2026 | Sony Pictures Germany


 


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