KINO
| 07.01.2026

Neue
Abo-Struktur für noch mehr Kinogenuss
CINFINITY
– das Kino-Abo, das verbindet – wächst weiter. Seit
dem bundesweiten Start im November 2024 hat sich das Netzwerk der teilnehmenden
Kinos auf aktuell über 125 Partnerhäuser verdoppelt. Und es
werden stetig mehr – denn viele Kinos möchten ihren Besucherinnen
und Besuchern einen unkomplizierten Zugang zu unbegrenztem Kinogenuss
ermöglichen.
von
Franziska Keil
CINFINITY
reagiert mit der Einführung eines flexiblen Monatsabos auf veränderte
Rezeptionsgewohnheiten und Erwartungen eines kinointeressierten Publikums.
Seit dem 6. November 2025 ergänzt ein monatlich kündbares
Abonnement das bestehende Jahresmodell und eröffnet damit eine
Wahlmöglichkeit zwischen kurzfristiger, spontaner Nutzung und
langfristiger, preislich optimierter Bindung. Das Monatsabo kostet
15,55 Euro zuzüglich eines einmaligen Startbetrags von 9,99 Euro,
während das Jahresabo für 177,00 Euro ohne Startgebühr
den uneingeschränkten Kinobesuch für zwölf Monate ermöglicht.
Bereits bestehende Abonnements behalten ihre Gültigkeit und können
bis Ende 2026 zu den bisherigen Konditionen weitergeführt werden.
Im Zentrum des Modells steht die digitale Niedrigschwelligkeit: Über
die CINFINITY-App werden Tickets per QR-Code bereitgestellt, wodurch
der Kinobesuch als alltägliche, spontane Praxis neu etabliert
werden soll. Kino erscheint hier nicht allein als Aufführungsort,
sondern als sozialer Raum, dessen kulturelle Bedeutung durch regelmäßige
Nutzung gestärkt wird. Ergänzend zu den Abonnements führt
CINFINITY den zeitlich begrenzten CINFINITY PASS ein – ein dreimonatiges
Angebot zum Kennenlernen oder Verschenken –, sowie CINFINITY
PLUS, eine optionale Verlängerung bestehender Abos um sechs Monate.
Als Initiative aus der Kinobranche versteht sich CINFINITY ausdrücklich
als kulturökonomisches Modell, das wirtschaftliche Innovation
mit filmkulturellem Anspruch verbindet. Entwickelt von Kinobetreibern
für Kinobetreiber, zielt das Projekt darauf ab, Kino als festen
Bestandteil gesellschaftlicher Alltagskultur zu stabilisieren und
zukunftsfähig zu machen. Gefördert von zentralen deutschen
Filmförderinstitutionen, positioniert sich CINFINITY damit nicht
nur als Ticketlösung, sondern als strukturpolitischer Beitrag
zur nachhaltigen Stärkung der deutschen Kinolandschaft.
Die
deutsche Kinolandschaft befindet sich seit Jahren in einem tiefgreifenden
Transformationsprozess, der durch digitale Distributionsformen, veränderte
Freizeitgewohnheiten und nicht zuletzt durch die pandemiebedingten
Zäsuren erheblich beschleunigt wurde. In diesem Spannungsfeld
aus ökonomischem Anpassungsdruck und kulturpolitischer Selbstvergewisserung
markiert CINFINITY einen bemerkenswerten Interventionspunkt. Das Modell
ist weniger als bloßes Abo-System zu verstehen, sondern vielmehr
als strukturelle Antwort auf die Frage, wie Kino in Deutschland künftig
zugleich wirtschaftlich tragfähig und kulturell relevant bleiben
kann. Aus wirtschaftlicher Perspektive setzt CINFINITY an einer der
zentralen Schwachstellen des klassischen Kinobetriebs an: der Unberechenbarkeit
des Publikumsstroms. Das herkömmliche Einzelkartenmodell folgt
einer Ereignislogik, die stark von Blockbustern, kurzfristigen Trends
und Marketingkampagnen abhängt. CINFINITY verschiebt diesen Fokus
hin zu einer nutzungsbasierten Bindung. Durch das Abonnement wird
das Kino nicht mehr als gelegentliches Event, sondern als kontinuierlich
verfügbarer kultureller Raum positioniert. Für die Kinos
bedeutet dies planbarere Einnahmen, eine stabilere Grundauslastung
und eine langfristigere Beziehung zum Publikum. Besonders für
kleinere und mittlere Häuser, die jenseits der großen Multiplex-Strukturen
operieren, kann diese Form der ökonomischen Glättung existenzsichernd
wirken. Dabei ist entscheidend, dass CINFINITY nicht als zentralistisches
Plattformmodell agiert, das Wertschöpfung von den Kinos abzieht,
sondern als branchenintern entwickelte Initiative.

© CINFINITY.
Die
Herkunft aus der Kinobetreiberpraxis verleiht dem System eine Sensibilität
für betriebliche Realitäten, die vielen externen Digitalmodellen
fehlt. In dieser Hinsicht lässt sich CINFINITY als kooperatives
Infrastrukturprojekt lesen, das ökonomische Innovation nicht
gegen, sondern mit der bestehenden Kinokultur denkt. Die Förderung
durch öffentliche Filmförderinstitutionen unterstreicht
zudem, dass hier ein kulturpolitisch relevantes Instrument erkannt
wurde, das Marktmechanismen und Gemeinwohlinteressen produktiv verschränkt.
Über die betriebswirtschaftliche Dimension hinaus entfaltet CINFINITY
jedoch eine ebenso bedeutsame künstlerische und kulturtheoretische
Wirkung. Indem das Abo-Modell die Eintrittsschwelle senkt und den
einzelnen Kinobesuch entökonomisiert, verändert es die Rezeptionshaltung
des Publikums. Die Frage „Lohnt sich der Film?“ wird weniger
dringlich, wenn der Ticketpreis nicht jedes Mal neu verhandelt werden
muss. Dies eröffnet Räume für ästhetische Neugier,
für das Risiko des unbekannten Titels, für das Wiedersehen
mit dem Arthouse-Film ebenso wie für experimentelle oder dokumentarische
Formate. In dieser Hinsicht kann CINFINITY einen Beitrag zur Diversifizierung
des Sehkanons leisten und damit indirekt auch die Programmgestaltung
der Kinos beeinflussen. Filmwissenschaftlich betrachtet verschiebt
sich damit das Verhältnis von Zuschauer, Werk und Institution.
Kino wird nicht länger primär als Ort der punktuellen Konsumhandlung
wahrgenommen, sondern als kulturelle Praxis mit Alltagsqualität.
Diese Normalisierung des Kinobesuchs wirkt der fortschreitenden Musealisierung
des Kinos entgegen, die es entweder zum nostalgischen Erinnerungsort
oder zum exklusiven Premiumerlebnis stilisiert. CINFINITY positioniert
das Kino stattdessen als lebendigen, sozialen Raum, in dem ästhetische
Erfahrung, gemeinschaftliche Wahrnehmung und urbane Öffentlichkeit
weiterhin ineinandergreifen können. Gleichzeitig birgt dieses
Modell auch Herausforderungen. Die Balance zwischen ökonomischer
Attraktivität und künstlerischer Freiheit ist fragil. Sollte
das Abo-System langfristig zu stark auf maximale Nutzung und hohe
Frequenz ausgerichtet werden, besteht die Gefahr einer stillen Anpassung
der Programme an vermeintlich „leicht konsumierbare“ Inhalte.
Entscheidend wird daher sein, inwieweit Kinos ihre kuratorische Autonomie
bewahren und CINFINITY nicht als Ersatz, sondern als Ermöglichungsstruktur
für vielfältige Programme begreifen. Hier liegt eine Verantwortung
nicht nur bei den Betreibern, sondern auch bei kulturpolitischen Akteuren
und Förderinstitutionen, die solche Modelle weiterhin kritisch
begleiten müssen. In der Gesamtschau lässt sich CINFINITY
als ein hybrides Zukunftsmodell verstehen, das wirtschaftliche Rationalität
und kulturelle Mission miteinander zu verbinden sucht. Es antwortet
auf die strukturellen Krisen des Kinos nicht mit Rückzug oder
Verknappung, sondern mit Öffnung, Flexibilisierung und Vertrauen
in die Bindungskraft des Mediums. Sollte es gelingen, diese Prinzipien
langfristig zu stabilisieren, könnte CINFINITY zu einem zentralen
Baustein einer erneuerten Kinokultur in Deutschland werden –
einer Kinokultur, die das Kino nicht als Auslaufmodell begreift, sondern
als sozialen, ästhetischen und ökonomischen Ort mit Zukunft.
Weitere
Informationen unter: cinfinity.de

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