KUNST | 12.03.2025

Fotoausstellung AURORA
VON ANJA SCHLAMANN
20. März bis 13. April 2025 Halle im Kunsthaus Rhenania

In der Ellmühle in Köln-Deutz wurde 111 Jahre lang das Aurora-Mehl gemahlen, das mit dem bekannten Slogan „Aurora mit dem Sonnenstern“ warb. 2021 wurde die Mühle geschlossen, der Ort ist seitdem verwaist. Die herausragende Architektur mitten im prominenten Kölner Konversationsgebiet Deutzer Hafen ist zwar weithin sichtbar – doch nur wenige Menschen haben bisher einen Einblick in das Innere des Gebäudes und seine Vergangenheit bekommen.

von Richard-Heinrich Tarenz


© Anja Schlamann

Die 25 Arbeiten umfassende Fotoserie AURORA der Kölner Künstlerin Anja Schlamann, die 2023 entstanden ist, zeigt Menschen an ihrem ehemaligen Arbeitsplatz in der Ellmühle. Sie dokumentiert den architektonischen Ist-Zustand. Im Hintergrund der Protagonisten ist schemenhaft eine Wolke aus geworfenem Mehl zu sehen. Es wirkt wie ein Vorhang, der die Porträtierten freistellt und so ihrer Verortung enthebt. Das Mehl mit seiner unscharfen Präsenz fungiert als ästhetisches Medium einer zeitlichen Veränderung von der historischen Produktionsstätte hin zur Gegenwart. Dadurch wirken die Bilder wie mystische Momentaufnahmen im Zwischen-Zustand der architektonischen und auch gesellschaftlichen Transformation. Die Bilderserie AURORA wird in der Ausstellung erstmals in vollem Umfang gezeigt. Die Ausstellung wird gefördert von der Stadt Köln, Ilse Bischof und Bruno Wenn sowie Kultur im Westen e.V.

Anja Schlamann vereint in ihrem Schaffen die Disziplinen der Architektur und der Fotografie. Geboren im Jahr 1967 in Coesfeld, absolvierte sie ihr Architekturstudium an der Fachhochschule Aachen, das sie 1993 mit dem Diplom abschloss. Ihre berufliche Laufbahn begann als Architektin in verschiedenen Büros. Doch ihre Leidenschaft für die Fotografie führte sie zu einem weiteren Diplom im Jahr 1999 an der Universität Gesamthochschule Kassel. Seit 2001 ist Anja Schlamann als selbstständige Fotografin tätig, wobei sie sich besonders auf Architekturfotografie spezialisiert hat. Ihre Werke zeichnen sich durch eine besondere Verbindung von räumlicher Wahrnehmung und sozialer Beobachtung aus. Anja Schlamanns fotografisches Werk ist geprägt von einer analytischen Herangehensweise an den Raum und einer feinen Beobachtungsgabe für die Details des Alltags. Ihre Bilder sind nicht nur Dokumentationen von Architektur, sondern auch Spiegelbilder der Gesellschaft, die sie umgibt.


TERMINE IN DER AUSSTELLUNG

Vernissage
Donnerstag, 20. März 2025 um 19 Uhr
mit einer Laudatio des Kulturwissenschaftlers Kay von Keitz
sowie musikalischer Begleitung von Biggi Wanninger (voc) und Nobbi Schmidt (git)

Ehemalige der Ellmühle erzählen
Donnerstag, 27. März 2025 um 18:30 Uhr
Um Anmeldung wird gebeten unter: anmeldung@schlamann.com. Der Eintritt ist frei.

Mehl-Dialog
Donnerstag, 10. April 2025 um 19:30 Uhr
Expertengespräch mit Helmut Gote, kulinarischer Journalist, Stephan Ch. Kessler, SJ, Pfarrer bei Sankt Peter, Björn Weranek, ehemaliger Mühlen-Wächter und Anja Schlamann.
Moderation: Martin Stankowski, Autor und Journalist
Um Anmeldung wird gebeten unter: dialog@schlamann.com. Der Eintritt ist frei.


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