FILME | SERIEN | MUSIK | BÜCHER | PANORAMA | INTERVIEWS


Die Rückkehr der kleinen Gesten
Warum „Star Wars: The Mandalorian and Grogu“
das Franchise nicht erneuert – sondern rettet

Mit „Star Wars: The Mandalorian and Grogu“ kehrt die weit entfernte Galaxis auf die große Leinwand zurück – und überrascht gerade durch ihre unerwartete Bescheidenheit. Jon Favreau verwandelt das über Jahrzehnte hypertrophierte Franchise in ein beinahe intimes Abenteuer zwischen Space-Western, Buddy-Movie und melancholischer Nostalgie. Der Film begreift, dass die Zukunft von Star Wars nicht länger im permanenten Größenwahn liegt, sondern in Atmosphäre, Rhythmus und emotionaler Nähe.


ACHTSAM MORDEN
Mord, Meditation und das Monster im Keller

Die zweite Staffel von „Achtsam Morden“ verwandelt psychologische Selbstoptimierung endgültig in ein makaber-funkelndes Gesellschaftspanorama. Zwischen innerem Kind, organisierter Kriminalität und Kita-Alltag entfaltet die Netflix-Serie eine bemerkenswert präzise Analyse moderner Überforderung. Tom Schilling verleiht dem mörderisch entspannten Anwalt Björn Diemel erneut jene irritierende Mischung aus Charme, Erschöpfung und emotionaler Verwahrlosung.

 

Asphalt der Angst

Mit „Passenger“ inszeniert Regisseur André Øvredal einen atmosphärisch dichten Highway-Horrorfilm zwischen existenzieller Rastlosigkeit und übernatürlicher Bedrohung. Der Film verbindet klassische Roadmovie-Ikonografie mit der klaustrophobischen Logik modernen Horrorkinos und entfaltet seine größte Stärke in einzelnen virtuos komponierten Schreckenssequenzen.

 

NO OTHER CHOICE

Park Chan-wooks „No Other Choice“ seziert mit schwarzem Humor und formaler Präzision die Ideologie neoliberaler Alternativlosigkeit. Zwischen Familienkrise, brüchiger Männlichkeit und ökonomischer Gewalt entfaltet sich ein vielschichtiges Gesellschaftspanorama. Ein verstörend kluger Film über den Moment, in dem Systemlogik zur existenziellen Falle wird.

 

DUST BUNNY

Ein Monster unter dem Bett, ein namenloser Krieger im Flur, ein New York zwischen Märchenbuch und Alptraum. Bryan Fuller verdichtet seine barocke Fernsehästhetik erstmals zum Kinofilm – und findet darin eine neue Präzision. Dust Bunny“ ist Genrekino als Allegorie auf Angst, Gewalt und kindliche Imagination.

 

MARTY SUPREME
Der Kapitalismus spielt Tischtennis

Mit „Marty Supreme“ gelingt Josh Safdie ein vibrierendes Charakterporträt zwischen Sportfilm, Größenwahn-Satire und amerikanischer Selbstmythologie. Angeführt von einer elektrisierenden Performance von Timothée Chalamet entfaltet der Film das Psychogramm eines Mannes, der Selbstinszenierung mit Schicksal verwechselt. In seiner nervösen Bildsprache, den bewusst anachronistischen Popreferenzen und der rastlosen Montage entwickelt der Film eine nahezu körperliche Intensität.

 

Die progressiven Nostalgiker

Eine Zeitreise ins Herz patriarchaler Gewissheiten: „Die progressiven Nostalgiker“ konfrontiert das bürgerliche Familienidyll der 1950er Jahre mit den „Zumutungen“ feministischer Gegenwart. So entfaltet sich ein kluges Spiel zwischen Komödie, Gesellschaftskritik und feministischer Neubewertung historischer Normalitäten.

 

G.O.A.T.
Bock auf große Sprünge

Zwischen bröckelnder Urbanität und leuchtender Fantasie springt eine Ziege gegen die Gesetze ihrer Welt an. „G.O.A.T. – Bock auf große Sprünge“ variiert das Sportmärchen mit hiphopgetränkter Energie und malerischer Kühnheit. Nicht jede Volte sitzt, doch der Animationsfilm wagt ästhetisch mehr als die Konkurrenz.

 

SMALLTOWN GIRL

Mit „Smalltown Girl“ entwirft Hille Norden ein schillerndes, widersprüchliches und emotional aufgeladenes Porträt weiblicher Selbstfindung zwischen Lust, Freundschaft und traumatischer Erinnerung. Der Film verbindet die Ästhetik eines zeitgenössischen Indie-Dramas mit Momenten psychologischer Introspektion und untersucht die fragile Grenze zwischen sexueller Selbstermächtigung und emotionaler Selbstzerstörung.

 

NIGHTSLEEPER
Kontrollverlust auf Schienen

Mit „Nightsleeper“ inszeniert die BBC einen Echtzeit-Thriller über einen entführten Nachtzug zwischen Glasgow und London. Die Serie kombiniert Elemente klassischer Katastrophenfilme mit zeitgenössischen Cyberangst-Szenarien und paranoider Infrastrukturkritik. Zwischen erzählerischer Absurdität, übersteigerter Dramaturgie und erstaunlicher Suspense entwickelt sich ein ebenso widersprüchliches wie fesselndes Fernsehereignis.

 

Die Geburt Europas aus der Krise

Henri Pirennes große Darstellung des Mittelalters gehört zu den einflussreichsten Geschichtswerken des 20. Jahrhunderts. Mit analytischer Eleganz beschreibt sie Europas Übergang von der antiken Welt zur mittelalterlichen Ordnung. Die Neuauflage im Anaconda Verlag erinnert daran, wie sehr moderne Europavorstellungen auf historischen Umbrüchen beruhen. Ein Standardwerk von außergewöhnlicher intellektueller Weitsicht – zwischen Wirtschafts-, Kultur- und Zivilisationsgeschichte.

 

FOOD FOR PROFIT

Ein Dokumentarfilm als politischer Weckruf gegen die industrielle Entfremdung von Leben und Verantwortung. „Food for Profit“ verbindet investigative Recherche mit einer fundamentalen Kritik europäischer Agrarpolitik. Zwischen Tierleid, ökologischer Zerstörung und institutionalisierter Profitlogik entsteht das Porträt eines Systems in moralischer Schieflage. Der Film entwickelt sich dabei zu einem der wichtigsten gesellschaftspolitischen Dokumentarwerke der jüngeren Zeit.

 

Bewegung als kultureller Widerstand

Zwischen filmischer Reflexion, kultureller Erinnerung und politischer Körperpraxis entfaltet sich eine außergewöhnliche Kinotour. „Germaine Acogny – Die Essenz des Tanzes“ würdigt nicht nur eine Ikone des afrikanischen Contemporary Dance, sondern eröffnet neue Perspektiven auf die Geschichte des Tanzfilms. Regisseurin Greta-Marie Becker begleitet die Deutschlandpremieren persönlich und macht jede Vorführung zu einem Raum kulturellen Austauschs. So wird Kino selbst zur Bühne einer transnationalen Diskussion über Kunst, Identität und Dekolonisierung.

 

ONE MILE: Kapitel 1 & Kapitel 2
Der endlose Kreislauf der Vergeltung

Zwischen Rachefantasie, Survival-Thriller und Sektenparabel entfalten „One Mile: Kapitel 1 & Kapitel 2“ ein doppeltes Genrekonstrukt, das vertraute Motive des Actionkinos in serieller Form variiert. Die Filme operieren mit archetypischen Mustern männlicher Gewalt, emotionaler Schuld und familiärer Wiederherstellung, ohne diese jedoch konsequent weiterzuentwickeln.

 

PRIMATE

Ein Tierhorrorfilm zwischen Exploitation-Tradition und moderner Genremechanik. „Primate“ verzichtet auf psychologische Tiefenschürfungen zugunsten physischer Unmittelbarkeit. Johannes Roberts inszeniert Gewalt als kinetisches Spektakel mit deutlichen Verweisen auf das Creature Feature der 1980er-Jahre. Das Ergebnis ist ein formal effizienter, zugleich ambivalenter Beitrag zum zeitgenössischen Horrorkino.

 

SNOWPIERCER – Staffel 4

Vier Staffeln lang raste „Snowpiercer“ durch eine gefrorene Welt zwischen Klassenkampf, Überlebensdrama und politischer Allegorie. Die finale Staffel erweitert den Horizont der Serie radikal – weg vom geschlossenen Mikrokosmos des Zuges hin zur Frage nach einer neuen Zivilisation. Dabei entsteht ein melancholischer Science-Fiction-Abgesang über Macht, Hoffnung und die Erschöpfung ideologischer Systeme.

 

SPACEBALLS

Mit „Spaceballs“ schuf Mel Brooks weit mehr als eine bloße Parodie auf das Science-Fiction-Kino der späten Siebziger- und Achtzigerjahre. Der Film demontiert die Mythen des Blockbuster-Zeitalters mit anarchischer Lust und erweist sich zugleich als hellsichtige Reflexion über die Kommerzialisierung populärer Kultur. Zwischen Slapstick, Meta-Humor und cineastischer Dekonstruktion offenbart sich ein Werk, das die Mechanismen des Franchise-Kinos früher verstand als viele seiner vermeintlich ernsthaften Zeitgenossen.

 

Die Ästhetik der Gegenwart
The Elements of Brand Design

Marken sind längst mehr als bloße Herkunftszeichen von Produkten — sie strukturieren Wahrnehmung, Begehren und gesellschaftliche Identität. „The Elements of Brand Design“ untersucht Branding als visuelle, kulturelle und technologische Sprache der Gegenwart. Katharina Sussek und Jens Müller entfalten dabei ein Panorama moderner Markenästhetik zwischen Typografie, Sounddesign und KI. Ein brillantes Standardwerk über die kulturelle Grammatik des Kapitalismus im 21. Jahrhundert.

 

STAR WARS DAY

Eine Filmreihe als säkulare Religion, ein Merchandising-Imperium als kulturelle Welten-sprache: Star Wars hat das Kino nicht nur verändert, sondern die Grammatik globaler Popkultur neu geschrieben. Der jährliche Star Wars Day am 4. Mai markiert dabei weit mehr als nostalgische Fan-Rituale – er ist Ausdruck eines transmedialen Mythos, der Generationen verbindet. Zwischen Lichtschwertern, Streaming-Serien und kollektiver Erinnerung entfaltet sich ein kulturelles Phänomen, das längst über das Medium Film hinausweist.

 

GERMAINE ACOGNY
DIE ESSENZ DES TANZES

Tanz als kulturelles Gedächtnis, als Widerstand, als gelebte Geschichte. Eine Dokumentation über eine Künstlerin, die den zeitgenössischen afrikanischen Tanz neu definiert hat. Zwischen Körperpolitik und ästhetischer Innovation entsteht ein vielschichtiges filmisches Porträt. „Germaine Acogny – Die Essenz des Tanzes“ begreift Bewegung als universelle Sprache kultureller Selbstbehauptung.

 

EXTRAWURST

Ein Tennisverein als Mikrokosmos der Gegenwart: EXTRAWURST seziert mit satirischer Schärfe die Zerreißproben demokratischer Gemeinschaft. Zwischen Wortgefecht und Stillstand entfaltet der Film ein präzises Bild gesellschaftlicher Ermüdung, getragen von einem herausragenden Ensemble. Eine Komödie, die zum Lachen verführt – und im Nachhall die schmerzhafte Fragilität des sozialen Konsenses offenlegt.

 

LEAVING LAS VEGAS

Ein Film über Selbstzerstörung, der jede Sentimentalität verweigert. Zwischen Intimität und existenzieller Leere entstand einer der prägendsten US-Filme der 1990er-Jahre. Mike Figgis verbindet radikale Emotionalität mit formaler Präzision. „Leaving Las Vegas“ bleibt ein Meilenstein des modernen amerikanischen Autorenkinos.

 

Das Wiegenlied vom Totschlag

Zwischen revisionistischem Western und politischem Abgesang entfaltet „Das Wiegenlied vom Totschlag“ eine verstörende Elegie auf die Gewaltgeschichte Amerikas. Ralph Nelsons Film demontiert den Mythos der zivilisatorischen Frontier und überführt das Westerngenre in eine Phase moralischer Selbstanklage. Gerade in seiner ästhetischen Zerrissenheit offenbart sich die historische Wahrheit einer Gesellschaft im Zustand ideologischer Erosion.

 

Der Geist der Moderne

Max Webers berühmte Studie über Protestantismus und Kapitalismus gehört zu den folgenreichsten Texten der Moderne. Mit analytischer Schärfe beschreibt sie die geistigen Voraussetzungen einer Wirtschaftsordnung, die bis heute die Welt prägt. Ein Werk von erstaunlicher Aktualität – zwischen Religionsgeschichte, Gesellschaftstheorie und Zivilisationsanalyse.

 

Kindheit als kultureller Resonanzraum

Seit mehr als drei Jahrzehnten begleitet Conni Generationen von Kindern durch die ersten großen Erfahrungen des Lebens – zwischen Schule, Freundschaft, Familie und Selbstbehauptung. Mit dem Kinofilm „Meine Freundin Conni – Abenteuer mit Kranich Klaus“ kehrt die berühmte Figur nun erneut auf die Leinwand zurück und beweist ihre ungebrochene kulturelle Relevanz.

 

SCREAM 7

Eine Ikone kehrt zurück – und mit ihr die Maske des Schreckens. SCREAM 7 führt Sidney Prescott erneut an die Grenze zwischen Trauma und Überleben. Der packende Slasher ist endlich zurück und kann digital gekauft und geliehen werden.

 

Ein Münchner im Himmel -
Der Tod ist erst der Anfang

Taxifahrer und Münchner Original Wiggerl landet nach einem Autounfall im Himmel – aber statt Bier und Blasmusik gibt’s hier nur Soja-Manna und Yoga zu Harfenklängen. Ein Albtraum für den aufmüpfigen bayerischen Dickkopf. Damit im Himmel wieder Ruhe und Frieden einkehrt, schickt man ihn kurzerhand mit einer Mission zurück. Wenn er es schafft sein Karma-Konto auf Vordermann zu bringen, darf er auf der Erde bleiben.

 

VIVALDI UND ICH

Zwischen Klostermauern und musikalischer Emanzipation entfaltet sich ein stilles Drama weiblicher Selbstbehauptung. „Vivaldi und Ich“ liest die Musikgeschichte aus der Perspektive jener Frauen, die lange unsichtbar blieben. Ein visuell opulenter Historienfilm über Begehren, Kreativität und patriarchale Begrenzungen.

 

Zwischen Kulturpolitik und digitaler Kunst

Lange galten Computerspiele als bloßes Freizeitmedium – heute gehören sie zu den wichtigsten Kulturformen der Gegenwart. Der Deutsche Computerspielpreis 2026 zeigt eindrucksvoll, wie stark sich die deutsche Games-Branche künstlerisch und gesellschaftlich positioniert hat. Die diesjährigen Gewinner markieren dabei nicht nur kreative Höhepunkte, sondern auch eine kulturpolitische Standortbestimmung.

 

DER FREMDE

Ein Filmereignis zwischen Existenzialismus, Ästhetik und moralischer Zumutung. François Ozon verwandelt Camus’ Der Fremde in eine radikale Meditation über Sinn, Schuld und Indifferenz. Ein Film, der weniger Antworten gibt als Denkbewegungen erzwingt.

 

THE STRANGERS - Chapter 3

Fortsetzung als Prinzip: Wiederholung, Variation und die Suche nach Bedeutung. Ein Franchise zwischen minimalistischer Bedrohung und serieller Ausdehnung. Atmosphäre trifft auf narrative Unschärfe. „The Strangers – Chapter 3“ ist ein ambivalentes Kapitel im modernen Horrorkino.

 

Die Selbstzersetzung der Demokratie

Moshe Zimmermann liest die Gegenwart als Erosion eines zivilisatorischen Versprechens. „People gone mad“ ist Geschichtsanalyse, Kulturkritik und politische Warnschrift zugleich. Das Buch untersucht, wie Demokratien unter dem Druck von Nationalismus, religiösem Fundamentalismus und medialer Radikalisierung ihre eigenen Grundlagen untergraben. Ein ebenso unbequemes wie notwendiges Buch über die Krise der liberalen Moderne.

 

Dunkle Renaissance
Die Nachtseite des Humanismus

Stephen Greenblatt öffnet die Renaissance nicht als Epoche des Lichts, sondern als Zeitalter der Schatten. Im Zentrum steht Christopher Marlowe – Dichter, Provokateur und vielleicht der radikalste Dramatiker seiner Generation. „Dunkle Renaissance“ entfaltet ein Panorama aus Gewalt, Macht, Erotik und geistiger Unruhe. Ein brillantes Buch über die Geburt der modernen europäischen Imagination.

 

AGB | IMPRESSUM